Presseerklärung: Sicherheitsexperte bewertet BND-Einsatz als hilfreich für die US-Kriegsführung

BND-Untersuchungsausschuss © dpa

Der BND-Einsatz während des Irak-Krieges 2003 war nach Ansicht von Prof. Hans-Joachim Gießmann vom Hamburger Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in vielen Punkten sehr wertvoll für die US-Militärplanung und hat der US-Armee bei der Kriegsführung eindeutig geholfen. "Es sind offensichtlich doch wichtige militärisch relevante Koordinaten an US-Stellen gelangt und insofern ist die ursprüngliche Behauptung des BND unrichtig."

Zweifelhaft sei etwa die Behauptung, dass die Informationen der deutschen BND-Agenten mit erheblicher Verzögerung an die Amerikaner weitergeben worden sind, so dass sie militärisch wertlos waren. Prof. Hans-Joachim Gießmann: "Aus dem Bericht ist ersichtlich, dass eine Reihe von Informationen sehr kurzfristig weitergegeben worden sind."

Kritisch bewertet Gießmann auch die Behauptung, dass auf der Basis deutscher Informationen keine Bombardierungen erfolgt seien. Er vermutet gegenüber dem NDR Politmagazin "Panorama" (Sendung: Donnerstag, 9. März, um 21.45 Uhr im Ersten), dass ein irakischer Offiziersclub in Bagdad sehr wohl aufgrund deutscher Informationen bombardiert wurde. Der BND hatte Informationen über das Objekt am 28. März 2003 an die Amerikaner gemeldet, die den Offiziersclub zuvor schon einmal bombardiert hatten. Am 1. April 2003 wurde das Areal, auf dem der Offiziersclub lag, ein zweites Mal angegriffen.

Prof. Hans-Joachim Gießmann gegenüber "Panorama": "Ich muss doch nach den vorliegenden Informationen davon ausgehen, dass insbesondere die zweite Bombardierung offensichtlich doch auch auf der Grundlage von Informationen gemacht worden ist, die offensichtlich über die bekannten Kanäle an die amerikanischen Dienststellen gelangt sind."

9. März 2006