Gewalttäter als Kandidaten? Wahlkampf der NPD in Schleswig Holstein

von Bericht: Volker Steinhoff
Stefan Köster, NPD-Chef Mecklenburg-Vorpommern

Der NPD-Chef in Mecklenburg-Vorpommern, Köster, darf nicht zur Landratswahl in Ludwigslust antreten. Der Wahlausschuss wies den Vorschlag der NPD zurück. Begründung: Köster erfülle nicht die Anforderungen an einen Beamten auf Zeit. Der NPD-Landtagsabgeordnete war wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Köster hatte im Jahr 2004 auf eine am Boden liegende Frau eingetreten. Panorama berichtete über den Vorfall.

Steinburg, Anfang Dezember: weit über 100 NPDler sind zum Auftakt des Landtagswahlkampfes Schleswig-Holstein gekommen. Vor ihrem Versammlungslokal ziehen Gegendemonstranten auf und beginnen mit Steinen und Flaschen zu werfen. NPD-Funktionäre werfen zurück, doch dabei bleibt es nicht. Als sie offenbar erkennen, dass sie in der überwältigenden Überzahl sind, beginnen sie vor laufender Kamera einen gnadenlosen Angriff auf die inzwischen fliehenden Demonstranten. Auch Landtagskandidat Ingo Stawitz und zwei NPD-Bundesvorstandsmitglieder beteiligen sich an der Gewalt. Auf wehrlose, verletzt am Boden liegende Demonstranten wird weiter eingeprügelt, schließlich müssen anwesende Zivilbeamte der Polizei zwei scharfe Schüsse abgeben, damit die NPDler von ihren Opfern ablassen.

Die NPD kandidiert für die am 20. Februar angesetzten Landtagswahlen in Schleswig-Holstein, auch mit vorbestraften Kandidaten. Auf Listenplatz Nummer 6 steht Peter von der Born, mehrfach vorbestraft u.a. wegen Körperverletzung. Als Direktkandidat im Wahlkreis Lauenburg Nord kandidiert Heino Förster, 1993 zu 4 Jahren Gefängnis verurteilt wegen versuchten Mordes an Asylbewerbern.