10.03.05 | 21:45 Uhr

Die kinderfeindliche Politik deutscher Bosse

von Bericht: Thomas Berndt, Nicola von Hollander, Iris Ockenfels

Als Annika Busch ihrem Chef erzählt, dass sie ein Kind erwartet, fällt die Reaktion anders aus als erwartet: keine Freude - stattdessen wird sie gefeuert. Kinderkriegen unerwünscht, denn für die kleine Fernseh-Produktionsfirma sei der "Mutterschutz" zu teuer und zu kompliziert, so der Arbeitgeber.

Solche Versuche, Mütter zu entlassen, sind ein zunehmender Trend auf dem Arbeitsmarkt, diagnostiziert die Bremer Arbeitsrechtlerin Ursula Rust. Auch Elternzeit und Teilzeitjobs seien für junge Mütter oft nur schwer durchsetzbar. Für viele mittelständischen Unternehmen in Deutschland sind Mütter offenbar eine Last. Mit fatalen Folgen: um ihren Job nicht zu verlieren, arbeiten viele Frauen am Rande ihrer Belastbarkeit. Sie tun so, als gäbe es ihre Kinder nicht und als wären späte Arbeitszeiten und Wochenenddienste überhaupt kein Problem. Zu leiden haben auch die Kinder, die ihre Mutter nur vom "Guten Morgen" und "Auf Wiedersehen" sagen kennen. Panorama über eine Arbeitswelt, in der Mütter nicht gern gesehen sind.