05.08.04 | 20:15 Uhr

Hamster im Vormarsch - Nager stoppen Industrieprojekte

von Bericht: Stephan Stuchlik
Feldhamster © Günter Goldmann / NDR Naturfilm

Früher haben Landwirte Feldhamster einfach erstickt, kurzerhand beseitigt, weil sie die Ernte gefressen haben. Die Zeiten haben sich geändert. Heute kosten Feldhamster Geld, stoppen Industrieprojekte und verhindern manchmal sogar Arbeitsplätze. Wie beispielsweise in Mainz. Dort war der Wirtschaftspark-Süd mit 6000 Arbeitsplätzen geplant. Doch dann entdeckte ein Biologe Hamsterlöcher auf dem Baugebiet, es wurde ein Baustopp verhängt. Seitdem versuchen Biologen, die Hamster umzusiedeln. Und das dauert Jahre.

Genau wie in Braunschweig. Dort verzögert ein einziges Hamsterloch auf einem Feld den Bau einer Straßenbahnlinie. In Würzburg hat IKEA auf ein Auslieferungszentrum verzichtet, vermutlich weil bekannt ist, wie lange eine Feldhamster-Umsiedlung dauern und wie teuer sie werden kann. Und das alles, weil der Feldhamster seit einigen Jahren unter den EU-Artenschutz fällt. Obwohl nicht einmal bekannt ist, wie viele Feldhamster in Europa leben - denn er lässt sich selten blicken, schon gar nicht bei Tageslicht. Panorama über einen Nager, der für viel Wirbel sorgt.