24.06.04 | 20:15 Uhr

Presseerklärung: Brisantes Gutachten über Schulbücher der König-Fahd-Akademie - "Töten steht nicht unter Tabu"

Eine vollverschleierte Muslima hält einen Koran in der Hand © dpa / picture-alliance

In den Schulbüchern der umstrittenen König-Fahd-Akademie in Bonn ist der "Hass auf Ungläubige" selbstverständliches Ziel der Erziehung. Zu diesem Ergebnis kommt ein Zwischengutachten des nordrhein-westfälischen Landesinstituts für Schule, das dem Polit-Magazin "Panorama" vorliegt. "Das Töten steht nicht unter Tabu, sondern wird, wenn es um den Glauben geht, für notwendig gehalten", heißt es in dem Gutachten. Die Wissenschaftler hatten 40 Schulbücher der Bonner König- Fahd-Akademie untersucht. Die von Saudi-Arabien finanzierte Schule mit angeschlossener Moschee war im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten, weil sie sich nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden zu einem Anziehungspunkt für Islamisten aus der ganzen Bundesrepublik entwickelt hatte.

Den Kindern wird laut Gutachten "geradezu eingetrichtert, dass der Islam und damit alle Muslime seit den Kreuzzügen bis heute durch die Juden und die Christen existenziell bedroht seien." Es sei daher "erste Pflicht eines jeden Muslims, sich auf den Kampf gegen diese Feinde vorzubereiten."

Weiter heißt es in der Analyse. "Es wäre eine Übertreibung, diese Erziehung als Erziehung zum Terrorismus zu bezeichnen, aber es ist doch eine soziale und mentale Grundlegung für eine solche Option".

Trotz der alarmierenden Ergebnisse des Gutachtens hat die nordrhein-westfälische Ministerin für Schule, Jugend und Kinder, Ute Schäfer, bisher keine Konsequenzen gezogen. Zwar stufte sie die Bücher laut einer Pressemitteilung vom 26. Mai 2004 "tendenziell als verfassungsfern" ein, ein Verbot der Lehrbücher oder eine Schließung der König-Fahd-Akademie ist bisher nicht erfolgt.

Der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, Klaus Jansen, kritisiert diese Haltung des Ministeriums gegenüber "Panorama". Nach seiner Auffassung müsse die "Schule umgehend geschlossen werden." Er beurteilte die Inhalte der Schulbücher als eindeutig verfassungswidrig.