Presseerklärung: Bonn neues Zentrum radikaler Islamisten

Staatsschutz beobachtet "König-Fahd-Akademie" in Bonn-Bad Godesberg - Imam der Schule fordert Bereitschaft zum Heiligen Krieg

Eine vollverschleierte Muslima hält einen Koran in der Hand © dpa / picture-alliance



Deutsche Sicherheitsbehörden beobachten seit einiger Zeit einen vermehrten Zuzug radikaler Islamisten nach Bonn. Anziehungspunkt für viele ist - das ergaben Recherchen des ARD-Magazins Panorama - offenbar die "König-Fahd-Akademie" im Bonner Stadtteil Bad Godesberg. Im Bonner Raum habe es "Durchsuchungen aufgrund von länderübergreifenden Ermittlungen" gegeben, bestätigt Harry Kolbe von der Bonner Polizei gegenüber Panorama. Die betroffenen Personen stünden im Verdacht, Kontakte zu Al-Kaida zu haben.

Die nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden aus Saudi-Arabien finanzierte "König-Fahd-Akademie" betreibt in ihrem Gebäude in Bonn-Bad Godesberg eine Moschee und eine Schule. In der ursprünglich nur für Diplomatenkinder vorgesehenen Schule werden nach Panorama-Recherchen 465 Schüler unterrichtet, davon inzwischen 195 mit deutscher Staatsangehörigkeit. Obwohl der Besuch der Schule bis heute die deutsche Schulpflicht erfüllt, spielen deutsche Lehrinhalte kaum eine Rolle. So wird beispielsweise in der 7. Klasse lediglich eine Unterrichtsstunde Deutsch gelehrt, dafür aber 6 Stunden Arabisch und 8 Stunden Religion.

Auch die in der Akademie propagierten Inhalte bestätigen nach Panorama-Recherchen die Befürchtungen der Sicherheitsbehörden. So predigte der Imam in der der Schule angeschlossenen Moschee beim letzten Freitagsgebet am 26. September im Beisein von Panorama-Reportern: "Ihr müsst Euren Kindern das Speerwerfen (...) beibringen, damit sie (...) stark werden - um dann bereit zu sein für den Dschihad!". Und weiter: "Die Muslime müssen sich selbst und alle anderen Menschen dem Willen Allahs unterwerfen."

Das zuständige Schulamt der Bezirksregierung Köln erwägt - von Panorama mit diesen Recherchen konfrontiert - die Schließung der Schule: "Wir werden das sehr strikt prüfen und die entsprechenden Maßnahmen treffen", erklärte Robert Becker vom Schulamt gegenüber Panorama.

Radikale Islamisten betreiben auch in anderen deutschen Städten Schulen und Internate. Hierbei geht es nach Einschätzung der Marburger Islamwissenschaftlerin Prof. Ursula Spuler-Stegemann um eine "Kaderbildung". Die Schulabgänger sollten offenbar später in den "islamischen Ghettos deutscher Großstädte" eingesetzt werden, um dort den Islamismus zu fördern und die Scharia, das islamische Rechtssystem, einzuführen.

Ein 11-jähriger türkischer Schüler eines solchen Internats schrieb in einem Aufsatz, der Panorama vorliegt: "Ich möchte Terror haben. Ich möchte gern bei Usame bin Laden sein. Usame bin Laden soll Word-Center noch mal zur Asche legen. (...) Ich möchte die ganze Welt zerstören."

2. Oktober 2003