Panorama-Film alarmiert Bundesjustizministerium

von Christoph Lütgert

Sind Versicherungen vorschnelle  Nein-Sager, die sich mit perfiden Tricks verweigern, wenn Geschädigte dringend Hilfe brauchen? Panorama hatte im vergangenen Jahr mit der Reportage über die "Nein-Sager" solche Praktiken entlarvt und eindrucksvolle Belege geliefert. Jetzt zeigt sich das Bundesjustizministerium alarmiert - unter ausdrücklichem Verweis auf die Panorama-Reportage.

Sind Gesetzesänderungen nötig?

In einem Schreiben an die Justizminister der Länder, das die "Süddeutsche Zeitung" am Donnerstag veröffentlichte, bezog sich das FDP-geführte Bundesministerium außerdem auf mehrere Beschwerden aus der Bevölkerung: Darin werde beklagt, Versicherer wollten ihre "wirtschaftlich stärkere Position ausnutzen mit dem Ziel, den Anspruchsteller in 'zermürbenden Rechtsstreitigkeiten' zur Aufgabe des Anspruchs oder zu einem für den Versicherer günstigen Vergleich bewegen. Die bestehende Rechtslage werde systematisch ausgenutzt, um die Schadensregulierung zu verzögern oder sogar zu vereiteln."

Nach Ausstrahlung der Panorama-Reportage hatte sich der "Gesamtverband der Versicherungswirtschaft" beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) massiv beschwert. Diese Kritik wurde vom Intendanten Lutz Marmor zurückgewiesen. Jetzt führte das Bundesjustizministerium exakt diese Reportage in dem Schreiben an die Länder an und gab auch den Link für die Ansicht im Internet weiter. Das Berliner Ministerium möchte von den Landesjustizverwaltungen unter anderem wissen, ob die ungerechtfertigte Ablehnung durch Versicherungen zugenommen habe und ob "Gesetzesänderungen erforderlich" seien.

Verzweifelt an den Nein-Sagern

Stand: 21.03.13 18:00 Uhr