Die neue Disziplin: "Schlagt den Steinbrück"

Die neue Disziplin: "Schlagt den Steinbrück"

von Christoph Lütgert

Das scheint die neue Lieblingssportart in der politischen Arena zu sein: Schlagt den Steinbrück. Er kann machen, was er will; andere können für ihn machen, wovon er vielleicht gar nicht alles weiß; er kann sagen, was er will; er kann’s auch bleiben lassen - ist alles egal. Immer feste drauf.

Jetzt also gespielte öffentliche Aufregung wegen des "Peerblogs". Da wollen ein paar Schreiber und Rechercheure, die es mit Steinbrück gut meinen, für ihn bloggen, anonyme Geldgeber wollten das finanzieren - alles ohne Absprache mit der SPD - und schon wird der SPD-Kanzlerkandidat wieder ins Jauchefass der Verdächtigungen getunkt. "Intransparent", "verdeckte Parteienfinanzierung" - wird sich doch irgendwas finden lassen. Selbst der Verfassungsrechtler Hans Herbert von Arnim, der immer ganz schnell Unrat wittert, wenn’s in der Politik um Geld geht, befand, rechtlich sei nach der geltenden Gesetzeslage alles in Ordnung. Einem Steinbrück nützt das nichts. Einmal im Verschiss, immer im Verschiss.

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Wie viel Ehrlichkeit verträgt der Wähler?
Peer Steinbrücks klare Haltung war lange Garant für gute Umfragewerte. Doch seit er als Kanzlerkandidat antritt, sorgt eben diese "klare Kante" für Unmut.

Die Doppelmoral von Teilen der veröffentlichten Meinung ist wahrhaftig atemberaubend: An den - euphemistisch formuliert - Traumgagen medialer Stars für deren Auftritte mäkelt kaum einer herum. Aber Peer Steinbrück taugt für viele nicht mehr zum sozialdemokratischen Kanzlerkandidaten, weil er vor seiner Nominierung marktübliche Gagen für kluge Vorträge genommen hatte.

Die Binsenweisheit, dass ein Sparkassen-Direktor mehr verdient als die deutsche Regierungschefin hätte er sich vielleicht verkneifen sollen, aber nur aus Image-Gründen, nicht um der Wahrheit willen. Hat er aber nicht. Und schon wurde Peer Steinbrück gejagt, als hätte er schon mal im Vorgriff auf die ersehnte Kanzlerschaft seiner Rivalin Merkel ein halbes Jahresgehalt geklaut.

Im Windschatten der sich ständig erneuernden künstlichen Aufregung um Peer Steinbrück kann Angela Merkel tun und vor allem lassen, was sie will – eine Chaos-Truppe, genannt Kabinett, ständig Chaos produzieren lassen – „Mutti“ schwebt auf Wolke sieben ungebrochener Zustimmung. So ist auch das ein Lehrsatz unserer Demokratie: Das Leben ist ungerecht.

(7) Kommentare

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Gastleser schrieb am 19. Juli 2013 um 09:46 Uhr:

Schöner Beitrag

Wirklich schöner Beitrag. Es ist eine Sache, sich als öffentliche Person und mithin als Kanzlerkandidat in den Medien kritisch begleitet und für seine Handlungen und Ausagen zur Verantwortung gezogen... | mehr

Sven Hoya schrieb am 18. Juli 2013 um 22:39 Uhr:

Leider ein guter Beitrag

mal ganz neutral betrachtet, ohne parteipolitische Präferenz, ist dieser Beitrag beispielhaft für die mediale Meinungsbildung. Nur bin ich jetzt noch mehr frustriert und desillusioniert... | mehr

binesa schrieb am 18. Juli 2013 um 22:36 Uhr:

neue Töne?

Sind es Krokodilstränen oder liegt es daran, dass Peer Steinbrück der SPD angehört, dass das Thema behandelt wird? Ich kann mich nicht erinnern, dass ein derartiger Bericht gesendet wurde, wenn es um... | mehr

Kerstmann schrieb am 18. Juli 2013 um 13:35 Uhr:

Steinbrück wird das schon verkraften

Als gestandener Politiker wird Steinbrück das sicher verkraften. Und wenn das eine sozialistisch anmutende Gutmenschen-Regierung aus Rot-Grün verhindert, hat es zumindest seinen Zweck erfüllt. Das... | mehr

Stieglitz schrieb am 23. April 2013 um 22:44 Uhr:

Hoffentlich erkennen die Wähler noch bis

zur BTWahl, daß endlich in diesem Sumpf aufgeräumt werden muß! Klartext muß Peer sprechen, damit der letzte Bürger versteht, wie die Menschen vorgeführt werden! Weiter so Peer Steinbrück! | mehr

Stand: 08.02.13 14:38 Uhr