Nazi-Mord: Staatsanwalt fordert lebenslänglich

Die Staatsanwaltschaft hat im Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Kriegsverbrecher Siert B. eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. Der heute 92 Jährige habe als Mitglied der Waffen-SS 1944 in den Niederlanden einen Widerstandskämpfer zusammen mit einem Vorgesetzten heimtückisch ermordet.

Beide hätten geschossen oder zumindest einer mit Einwilligung des anderen, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Brendel am Donnerstag in seinem Plädoyer. Der Befehl, den Widerstandskämpfer zu töten, sei von einer höheren Dienststelle gekommen. Eine Befehlsverweigerung sei aber auch damals möglich gewesen und hätte keine schwersten Folgen gehabt, sagte Brendel. Panorama-Recherchen hatten maßgeblich zum Prozess beigetragen.

mutmaßlicher NS Verbrecher Siert B. © Yad Vashem

Nazi-Mord: Justiz wacht nach 68 Jahren auf
Siert B. soll an der Tötung eines Widerstandskämpfers beteiligt gewesen sein - doch die deutsche Justiz stellte die Ermittlungen ein. Denn bis vor kurzem galten solche Erschießungen nicht als Mord.

Stand: 20.12.13 19:45 Uhr