Viel mehr Frührentner - trotz Einbußen

Viel mehr Frührentner - trotz Einbußen

Gläserner Aufzug © picture-alliance / dpa Fotograf: Rolf Vennenbernd

In Deutschland sind noch nie so viele Menschen vorzeitig in Rente gegangen wie im Jahr 2011 - trotz der damit verbundenen finanziellen Einbußen.

Fast jeder zweite Arbeitnehmer bleibt nicht bis zur Altersgrenze im Job. Die Folge sind Rentenabschläge. "Damit verstärken sich die Tendenzen der Altersarmut in Deutschland, denn schon jetzt erreicht der Durchschnittsrentner nach den Abschlägen und Versicherungsbeiträgen nur eine Rente von 810 Euro monatlich", sagt der Vorsitzender des DGB Nord, Uwe Polkaehn.

 

Im Klartext Rentenkürzungen

Im Klartext bedeutet das: Rentenkürzung. Ein Wort, das kein Politiker gerne in den Mund nimmt. Doch die Rentenkassen sind nicht unendlich, der Anteil der über 60-Jährigen in Deutschland steigt bis 2030 um rund zehn Prozent auf 36 Prozent der Bevölkerung. Die Rente mit 67 - für ältere Arbeitnehmer gilt noch die Altersgrenze von 65 Jahren - sollte es richten. Zudem seien ältere Arbeitnehmer fit, erfahren, hochmotiviert - und sie würden gebraucht.

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Ungerechte Rente: Wer bis 67 arbeiten muss - und wer nicht
Deutschland altert zwar - doch die Unternehmen, die es sich leisten können, bauen auf die Jungen. Werden ältere Arbeitnehmer gebraucht? Panorama über die Logik von Politik und Unternehmen.

Immer mehr Frührentner

Doch die Realität sieht anders aus: In Deutschland sind noch nie so viele Menschen vorzeitig in Rente gegangen wie im Jahr 2011 - trotz der damit verbundenen finanziellen Einbußen. 2011 bezogen knapp 700 000 Menschen erstmalig Altersrente. Knapp die Hälfte von ihnen, fast 337 000, bekam nicht ihr volles Ruhegeld ausgezahlt. Es war im Schnitt 107,40 Euro niedriger, als wenn die Betroffenen bis zur Regelaltersgrenze von damals 65 Jahren gearbeitet hätten. Das geht aus Zahlen der Deutschen Rentenversicherung hervor, über die die "Süddeutsche Zeitung" am Donnerstag zuerst berichtete. Der Anteil der Frührentner an allen Neurentnern kletterte binnen Jahresfrist von 47,5 auf 48,2 Prozent.

Gefahr von Altersarmut

Bei der Rentenversicherung hieß es dazu, es gebe über die Gründe der Frühverrentung keine gesicherten Erkenntnisse. Damit bleibt offen, wer gezwungenermaßen und wer freiwillig vorzeitig die Arbeit quittiert. Viele waren vorher krank oder arbeitslos. Andere stehen finanziell so gut da, dass sie sich den vorzeitigen Abschied aus dem Arbeitsleben leisten können. Die Statistik zeigt, dass die Frührentner im Schnitt besser als der Durchschnitt verdient haben. Viele haben auch ausreichende geerbt. Aus Sicht von Gewerkschaften und Sozialverbänden verstärkt die 2012 eingeführte Rente mit 67 die Gefahr von Altersarmut, zumindest für jene, die nicht bis zur neuen Altersgrenze arbeiten können. Diese wird schrittweise bis auf 67 Jahre angehoben. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen dem Bericht zufolge auf 29,3 Prozent gestiegen. Allerdings hatten von den 64-Jährigen im Juni 2012 nur 14,2 Prozent einen Job, ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr. Die Arbeitslosenquote der über Sechzigjährigen liegt mit 8,3 Prozent über dem Durchschnitt.

(3) Kommentare

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bauigel64 schrieb am 13. März 2013 um 07:28 Uhr:

Warum wohl?

Hat noch nie jemand darüber nachgedacht, woran diese Tendenz wohl liegen könnte? Ich mache täglich die Erfahrung, dass es "den Kunden", der als Geschäfts-PARTNER auftritt leider nicht mehr gibt. Die... | mehr

R. Eberle schrieb am 22. Februar 2013 um 17:33 Uhr:

Frührentner

Oft wird von Politikern usw. gesagt, daß die Rentenkasse leer ist. Wie wäre es, wenn mal ein kritischer Beitrag dazu beiträgt aufzudecken, wie die Rentenkasse für andere Zwecke geplündert wird????... | mehr

Benutzer schrieb am 31. Januar 2013 um 21:32 Uhr:

Fassaden-Politik

Je mehr in Frührente gehen, desto besser sieht die Arbeitslosenstatistik aus. Die aus der Reduzierung von Nachfrage am unteren Ende der Einkommensskala (z.B. Absenkung Rentenniveau von 67 auf ca. 43... | mehr

Stand: 31.01.13 14:30 Uhr