NPD-Wahlkampf: Pastörs hetzt vor Schülern

Vor einem Supermarkt im Landkreis Uecker-Randow hat NPD-Fraktionschef Udo Pastörs offenbar eine Schülergruppe abgefangen und dann einen rund 17-minütigen Monolog gehalten, lediglich unterbrochen von wenigen Fragen des Lehrers, der nach eigenen Angaben "überrumpelt" wurde. Pastörs schwadronierte derweil über "höhere Löhne, die Freude machen" würden, denn so der NPD-Spitzenkandidat "Kraft bekommt man durch Freude an der Arbeit".

Udo Pastörs, NPD © dpa/Picture-Alliance

Nicht zum ersten Mal benutzt Pastörs damit Nazi-Parolen, denn "Kraft durch Freude" war der offizielle Slogan der NS-Freizeit- und Urlaubsorganisation. Pastörs ist bereits wegen Volksverhetzung verurteilt: Panorama hatte im März 2009 dokumentiert, wie Pastörs in Saarbrücken die Bundesrepublik Deutschland als "Judenrepublik" bezeichnete und drohte, die rechtsextreme Bewegung werde "eiskalt losschlagen", um den "Maximalschaden dieses Parteienstaats" zu erreichen.

Außerdem hatte er in der Rede Juden als "Krummnasen" bezeichnet und türkischstämmige Migranten "Samenkanonen" genannt. Zudem rief er zum "Angriff auf das System" auf - "in den Parlamenten und auf der Straße". Das Landgericht Saarbrücken verurteilte ihn damals zu zehn Monaten Haft auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 6000 Euro.

NPD benutzt Video offenbar ohne Erlaubnis der Eltern

Das Schüler-Video aus Ferdinandshof benutzt die NPD nun auf ihrer Internetseite zu Wahlkampfzwecken - offenbar ohne dazu die Eltern der Schüler um Erlaubnis gefragt zu haben - was ein klarer Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht wäre. Der NPD droht daher wohl ein rechtliches Nachspiel. Auch die Namensgebung des Videos ("Udo Pastörs wird von einer Schulklasse befragt") ist nach Angaben der Schule irreführend: Pastörs habe die Klasse viel mehr unangemeldet abgefangen, als diese sich im Sozialkundeunterricht Wahlplakate in der Umgebung angeschaut habe.

Pastörs macht in dem Film unterdessen keine gute Figur: Die Schüler sind sichtlich gelangweilt. Die kritische Nachfrage eines Neuntklässlers, der der Pastörs entgegen hält, es sei "doch nicht schlimm", wenn Ausländer hier arbeiteten, schließlich gäbe es "auch Deutsche, die nicht arbeiten wollen", bringt den NPD-Mann außerdem offensichtlich völlig aus dem Konzept.

Stand: 02.09.11 17:49 Uhr