Bischof Müller: Statt Einsicht - Medienschelte, statt Reue - Nazivergleich

Schonungslose Aufklärung, keine Vertuschung mehr- das haben die katholischen Bischöfe bei der Aufarbeitung der Verbrechen von pädophilen Priestern angekündigt. Doch einem ihrer Würdenträger fällt die dringend nötige Einsicht in die Fehler der Kirche besonders schwer: dem Oberhirten des Bistums Regensburg, Bischof Gerhard Ludwig Müller.

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller. © dpa-Bildfunk Fotograf: Armin Weigel

Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller.

Auf der Internetseite des Ordinariats wirft Bischof Müller Panorama vor, "fehler- und lückenhaft"über die Wiedereinsetzung eines pädophilen Priesters im Bistum Regensburg berichtet zu haben. Hintergrund ist der Fall des Priesters Peter K. Dieser hatte wegen pädophiler Übergriffe eine Haftstrafe auf Bewährung erhalten. Dennoch wurde er mit Zustimmung von Bischof Müller wieder als Seelsorger in einer Gemeinde eingesetzt, wo er erneut Kinder missbrauchte. Nichts anderes hat Panorama berichtet. Bischof Müller gibt selbst zu, der Wiedereinsetzung des pädophilen Priesters zugestimmt zu haben. Doch anstatt dafür die Verantwortung zu übernehmen, versucht der Bischof nun Journalisten zu verunglimpfen.

In seiner Samstagspredigt im Dom von Regensburg vom 20.03.2010warf Bischof Müller den Berichterstattern eine "Kampagne gegen die Kirche" vor. Und der Bischof weiter: "Jetzt kommt es darauf an, Reife des Glaubens zu haben, nicht auf all diese Schalmeien wie 1941 hereinfallen". Ein glasklarer Nazivergleich! Welche Fehler bei der Berichterstattung Panorama unterlaufen sein sollen, hat der Bischof uns bislang nicht mitgeteilt, sich auch nicht für seinen unsäglichen Nazivergleich entschuldigt, vielmehr leugnet er ihn sogar. In christlicher Nächstenliebe möchten wir dem Bischof einen Spruch aus der Apostelgeschichte mit auf seinen weiteren Weg geben: "So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung kommen vom Angesicht des Herren".