Vom Nesthäkchen zum Terroristen: Die Verzweiflung der Eltern Böhnhardt

19.04.12 | 21:45 Uhr

Vom Nesthäkchen zum Terroristen: Die Verzweiflung der Eltern Böhnhardt

Monatelang haben sie überlegt, ob sie vor die Kamera treten. Jetzt äußern sich die Eltern des Zwickauer Terroristen Uwe Böhnhardt erstmals im Fernsehen. "Ich denke jeden Tag an die Opfer, immer", so Brigitte Böhnhardt im "Panorama"-Interview. Die Taten der Zwickauer Zelle könne man nicht verzeihen. "Es tut mir wirklich unendlich leid", so Böhnhardt.

S

Projekktor V%{_version}

OK

Fehler melden:

Abbruch

Bitte senden Sie diesen Text an internet.technik@ndr.de:

Vielen Dank, dass Sie uns bei der Verbesserung unseres Angebotes helfen!

OK

Tastaturbelegung:

Leertaste Abspielen / Pause ESC Stop

Lautstärke suchen

v Vollbildmodus t Ton aus m Ton an

Der Mauszeiger muss sich über dem Player befinden.

OK

00:00:00
  • S P
  • 00:00:00
    00:00:00
  • N V
  • T M
  • U
    • Hilfe:
    • Tastatur
    • Fehler melden
    • Player Info
    • Playerformat:
    • Flash
    • HTML
    • automatisch
    • Qualität:
    • höchste
    • mittlere
    • geringe
    • automatisch
    E

Vom Nesthäkchen zum Terroristen: Die Verzweiflung der Eltern Böhnhardt
Mutter Böhnhardt im Interview mit Panorama: "Unser Sohn wollte sich im Jahr 2000 stellen" - Panorama zeigt Ausschnitte des Interviews mit den Eltern des Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt.

Brigitte Böhnhardt beschreibt einen drastischen Wandel bei ihrem Sohn: "Er war unser Jüngster, Kleinster, das Nesthäkchen. Er war unser Liebling, wenn sie so wollen." Aber schon in der Pubertät begannen die schwierigen Zeiten: Schulschwänzen, Kriminalität und Abgleiten in die rechte Szene, schließlich das Untertauchen als Terrorist.

Eltern Böhnhardt © Panorama

"Unser Sohn und Beate Zschäpe haben gesagt, sie würden sich stellen. Aber der Uwe Mundlos war nicht bereit"

Im "Panorama"-Interview schildern die Eltern, wie sie Kontakt zum Trio im Untergrund hielten. 1998 waren Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe in die Illegalität abgetaucht. "Irgendwann lag ein Zettel im Briefkasten", so die Mutter, "mit Uhrzeit und Ort. Dann standen wir bibbernd vor einer Telefonzelle, und da rief der Uwe an." Mehrmals habe man sich mit dem Trio in einem Park verabredet, von den Morden wussten die Eltern nichts. Bei einem der Treffen im Jahr 2000 - dies war bisher nicht öffentlich bekannt - kam auch ein Ausstieg aus der Illegalität zur Sprache. "Unser Sohn und Beate Zschäpe haben gesagt, sie würden sich stellen. Aber der Uwe Mundlos war nicht bereit", so Brigitte Böhnhardt.

An das letzte Treffen erinnert sich Brigitte Böhnhardt noch genau: "Beate hatte vorher am Telefon gebeten, dass ich ihr Rezepte mitbringe, und zwar Rezepte von Kuchen und Plätzchen. Der Uwe würde so gerne meine Plätzchen essen wollen." Am Ende eine letzte Umarmung von Mutter und Sohn: "Wenn ich mir überlege: Zu diesem Zeitpunkt sollen sie schon vier Menschen getötet haben - ich kann das nicht fassen. Dass sie uns umarmen können und haben schon vier Menschen getötet. Das kann ich bis heute nicht fassen." 2002 riss der Kontakt ab. Insgesamt gehen zehn Morde und mehrere brutale Banküberfalle auf das Konto des Trios.

Kontakt mit den Eltern nahm Beate Zschäpe erst wieder am 5. November 2011 auf. Sie meldete sich telefonisch bei den Böhnhardts, erinnert sich die Mutter. "Sie sagte: Der Uwe kommt nicht, der Uwe ist tot, der kommt nicht wieder zurück. Die beiden Jungs haben sich das Leben genommen, sie haben keinen Ausweg mehr gesehen, aber sie wollten auch nicht ins Gefängnis gehen."

(32) Kommentare

jetzt kommentieren

hoiudwqpqhjiud schrieb am 23. August 2012 um 00:26 Uhr:

Ich bitte dich. Die Eltern sind zur Rechenschaft zu ziehen. Am 26. Januar 1998 wurde eine Razzia bei den 3 Terroristen durchgeführt, bei der Rohrbomben und TNT gefunden wurde. Die Eltern haben die... | mehr

bolz schrieb am 26. Juli 2012 um 22:31 Uhr:

auf die sendung von heute ,26.07 . die beiden schwestern die auf ihre mutter hoffen ,manche rechtsanwälte wissen auch nicht mehr vor paragrafen ... und wenn ,ist manchmal die zeit schon abgelaufen ... | mehr

Arkesilas schrieb am 23. Mai 2012 um 22:43 Uhr:

Nein

ganz sicher nicht, sondern durchaus wichtig, denn leider ist auch im öfentlich-rechtlichen Fernsehen keine Selbstverständigkeit mehr. | mehr

C. A. Tietgen schrieb am 11. Mai 2012 um 21:53 Uhr:

Berührend. | mehr

EinOssi schrieb am 22. April 2012 um 01:50 Uhr:

Warum haben sich die Eltern nicht eher Hilfe geholt

Leider wäre die Hilfe schon 1991 dringendst notwendig gewesen. Aber da gab's keine auf dem Gebiet der DDR. Von wem denn? Und danach war's zu spät für die Eltern. Ich kann verstehen, dass sie... | mehr