Krankenhaushygiene: Drittes Kind in Mainz gestorben
An der Mainzer Universitätsklinik ist Montag Abend ein drittes Baby nach verschmutzten Infusionen gestorben. Am Wochenende waren bereits zwei Säuglinge gestorben, die eine durch Bakterien verunreinigte Infusionslösung erhalten hatten. Elf auf der Intensivstation liegende Kinder hatten die mit Fäkalbakterien verschmutzte Nährlösung am Freitag erhalten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung.
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Panorama hatte bereits 2008 über mangelnde Hygiene in Krankenhäusern und fehlende Kontrollen berichtet. Bakterien, gegen die oft keine Antibiotika mehr wirken, breiten sich in Krankenhäusern oft aus wie ein Flächenbrand, obwohl sie in den meisten Fällen mit vergleichsweise einfachen Mitteln wie Händewaschen zu stoppen wären.
Nach der Infektion von elf Säuglingen mit Darmbakterien in Flüssignahrung an der Uniklinik Mainz ist nun erneut eine politische Debatte über Hygiene in deutschen Krankenhäusern entbrannt. Die schwarz-gelbe Koalition will plötzlich bundesweite Hygiene-Vorschriften auf den Weg bringen, angeblich unmittelbar nach der Sommerpause. Dabei hatte der damalige Staatssekretär Rolf Schwanitz im Panorama-Interview bereits 2008 angekündigt, "flächendeckende Maßnahmen" gegen die Krankenhausinfektionen einzuführen. Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jens Spahn, räumt nun allerdings ein, dass "trotz lange bekannter Defizite bei der Hygiene in Krankenhäusern bisher wenig passiert ist."



