Bundeswehr: Zahl der traumatisierten Soldaten verdoppelt
Die Anzahl der traumatisierten Bundeswehr-Soldaten hat sich 2009 fast verdoppelt, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag mitteilte: "Wir haben insgesamt 466 Fälle im Jahr 2009, 418 davon in Afghanistan. Im Jahr 2008 hatten wir 245 Soldaten, die wegen einer Postraumtischen Belastungsstörung (PTBS) in Behandlungen waren."
Bildunterschrift:
]
Panorama hatte bereits im Dezember darüber berichtet, dass deutsche Soldaten in Afghanistan immer häufiger angegriffen und in Gefechte verwickelt werden, während in den psychiatrischen Abteilungen der Bundeswehrkrankenhäuser der Notstand herrscht. Wir stellten fest, dass die Versorgung dort immer schlechter wird.
Nun bestätigt ein Sprecher des Ministeriums, dass "die Einsätze inzwischen robuster geworden seien", eine Formulierung der Bundeswehrsprache, die man wohl mit Kampfeinsätzen übersetzen muss. Außerdem gebe es eine gestiegene Bereitschaft unter den Soldaten, sich in psychische Betreuung zu begeben. Ob es parallel dazu auch eine gestiegene Anzahl von Bundeswehr-Psychiatern und Ärzten für die Betroffenen geben wird, ließ der Sprecher hingegen offen.
| Rückkehrer aus Afghanistan: Alleingelassen nach dem Krieg | Panorama-Beitrag vom 10. Dezember 2009 |
| Traumatisierte Soldaten - Die Risiken deutscher Auslandseinsätze | Panorama-Beitrag vom 31. August 2006. |
| Hilflos im Wüstensand – die Bundeswehr in Afghanistan | Panorama-Beitrag vom 09. Oktober 2008 |
| Kampfeinsatz Afghanistan - Der Etikettenschwindel der Politik | Panorama-Beitrag vom 24. Mai 2007 |
| Feuergefecht statt Friedensmission - der Alltag deutscher Soldaten in Afghanistan | Panorama-Beitrag vom 12. Oktober 2006 |



