Die US-Botschaft als Horchposten?

von Stefan Buchen & John Goetz
US-Botschaft in Berlin © dpa Fotograf: Maurizio Gambarini

Direkt hinter dem Brandenburger Tor: Die US-Botschaft in Berlin.

Was passiert auf dem Dach der US-amerikanischen Botschaft in Berlin? Der neue Verdacht: US-Geheimdienste spionieren von dort das gesamte Berliner Regierungsviertel aus, nicht nur das Handy der Kanzlerin. Mit einem Kran hat sich ein Fotograf auf Augenhöhe mit dem Botschaftsdach bringen lassen.

Zu sehen sind fensterlose Aufbauten auf dem erst fünf Jahre alten Botschaftsgebäude. Eine Tarnung für einen Horchposten? Mit einer Infrarotkamera macht der Fotograf und Experte Aufnahmen, die den Verdacht nähren: Hinter den Mauern könnte Abhörausrüstung versteckt sein. Denn die hellen Stellen auf seinen Fotos belegen Wärmequellen.

Was passiert auf dem Dach der US-Botschaft?

Was wussten deutsche Dienste?

Die Erkenntnisse passen zu Recherchen des Magazins "Der Spiegel": Danach ist in der US-Botschaft in Berlin eine geheime Abhör-Einheit tätig. Vorgabe der US-Geheimdienste: Keine offen sichtbaren Anlagen auf dem Dach.

Für die Abwehr solcher Spionage ist der Verfassungsschutz zuständig. Sein Präsident Hans-Georg Maaßen unter Druck. Seine Sprecherin bestätigt, dass die USA als befreundete Nation im Prinzip nicht Gegenstand der Aufklärung seien. Jetzt wolle man das ändern und massiv das Personal aufstocken. Man brauche aber noch Zeit, um dem neuen Verdacht nachzugehen.

Stand: 27.10.13 21:05 Uhr