HSH-Nordbank: 21-Millionen-Euro-Geschenk an die Mitarbeiter
Die angeschlagene HSH Nordbank will mehr als jedem zehnten Mitarbeiter eine Halteprämie von durchschnittlich rund 35.000 Euro zahlen. Das würde eine Gesamtsumme von 21 Millionen Euro bedeuten. Mit dem Geld will die Bank wichtige Mitarbeiter halten, wie eine Banksprecherin erklärte.
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Ministerpräsident Peter Harry Carstensen forderte den HSH-Vorstandsvorsitzenden Jens Nonnenmacher zu einer Auskunft über die Kosten der angekündigten Prämienzahlung auf. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass die HSH Nordbank sich jetzt erneut selbst in die Schlagzeilen bringt", sagte der schleswig-holsteinische CDU-Politiker. In einem Brief habe er Bankchef Nonnenmacher gebeten, detailliert mitzuteilen, wer genau von den geplanten Maßnahmen betroffen sei und was dies die Bank kosten werde.
"Wollen wichtige Mitarbeiter halten"
Unabhängig von den Halteprämien wurden bisher an 250 Mitarbeiter Abfindungsprämien bezahlt, damit sie die Bank verlassen. Einen Widerspruch zwischen den beiden kostenträchtigen Personalmaßnahmen sieht die Bank nicht. "Wir wollen Mitarbeiter halten, die wichtig für die Zukunft der Bank sind", rechtfertige Sprecherin Ulrike Abratis die geplanten Prämien.
Oppositionspolitiker reagierten entsetzt auf die Pläne des Geldinstitutes, das mit staatlichen Milliardensummen über Wasser gehalten wird. Der zuständige Hamburger Finanzsenator Michael Freytag wollte die Abfindungen nicht kommentieren. Pro Person ist die Halteprämie der Bank zufolge auf 120.000 Euro begrenzt. Bis zu 600 Mitarbeiter kommen dafür in Betracht, wie es hieß. Bei einer von der Bank genannten durchschnittlichen Halteprämie von 35.000 Euro käme eine Gesamtsumme von 21 Millionen Euro zusammen.
Carstensen, der die Zahlung kritisierte, kam in den vergangenen Wochen immer wieder in die Kritik wegen seines Umgangs mit der HSH Nordbank. Er hatte Bonuszahlungen in Höhe von 2,9 Millionen Euro an Nonnenmacher gebilligt. Nachdem dies bekannt wurde, ruderte Carstensen zurück und forderte den Bankchef auf, auf das Geld zu verzichten. Panorama berichtete mehrfach über Ministerpräsident Carstensen und die HSH.



