Betrug und Untreue: Anklage gegen Udo Foht

Der ehemalige Unterhlatungschef des MDR, Udo Foht, im Jahr 2007 © picture-alliance/dpa Fotograf: Thomas Schulze

Muss sich vor Gericht verantworten: Der ehemalige Unterhaltungschef des MDR, Udo Foht.

Der ehemalige Unterhaltungschef des Mitteldeutschen Rundfunks, Udo Foht, galt lange als der "König der Volksmusik" im deutschen Fernsehen. Die Staatsanwaltschaft Leipzig wirft ihm nun in 13 Fällen Betrug und in zwei Fällen Untreue vor, jeweils in besonders schweren Fällen. Zudem legen die Ermittler dem 62-Jährigen auch Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung in fünf Fällen zur Last. Die Anklage richtet sich auch gegen den früheren MDR-Moderator Carsten J. Weidling und dessen Anwalt. Die Vorwürfe: Erpressung beziehungsweise Beihilfe zur Erpressung.

Das "System Foht"

Die Staatsanwaltschaft hat gut zwei Jahre lang ermittelt, um das "System Foht" aufzudecken: 250 Ordner seien gesichtet worden, 200 Konten ausgewertet und rund 60 Zeugen befragt worden. Jetzt ist laut staatsanwaltlichen Ermittlungen klar: Foht soll jahrelang illegale Zahlungen an den Ex-Moderator Weidling organisiert haben. Die Finanzierung seines Protegierten Weidlings erfolgte auf Veranlassung Fohts durch verschiedene Produktionsfirmen, anfangs auch durch den MDR direkt.

Foht habe, so die Staatsanwaltschaft, dabei Unterschriftenregelungen des MDR umgangen. Die Zusammenarbeit brachte trotz finanzieller Zuwendungen nicht die erhofften Impulse für den MDR. Auch nach Aufkündigung des Vertrages, habe sich aber die finanzielle Förderung Weidlings fortgesetzt. Den Ermittlern zufolge soll Foht zwischen 2008 und 2010 zehn Darlehen in Höhe von 247.500 € von Produktionsfirmen, Managern und Künstlern eingeworben haben. Dafür hatte er kurzfristige Rückzahlungsbereitschaften vorgetäuscht. In einem Fall habe der Geldgeber in Absprache mit Foht dem MDR eine überhöhte Rechnung gestellt, um sein Geld zurückzubekommen.

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Weidling soll Foht unter Druck gesetzt haben

Die Finanzierung Weidlings soll für Foht zunehmend schwieriger geworden sein. Daraufhin hätten der Moderator und sein Anwalt den Unterhaltungschef unter Druck gesetzt. Sie sollen gedroht haben, die illegalen Finanzierungsmethoden dem MDR zu melden und damit die berufliche Existenz Fohts zu zerstören, sollten die Gelder nicht weiter fließen. Foht habe daraufhin versucht, weiter Geld zu beschaffen.

Erst im Sommer 2011 war der Amtsmissbrauch Fohts aufgeflogen. Der MDR suspendierte den  Unterhaltungschef daraufhin. Foht hat sich zu den Vorwürfen bislang öffentlich nicht geäußert. Weidling verkündete auf seiner Internetseite, dass die Vorwürfe gegen ihn haltlos seien. "Derzeit ist die angestrebte Klage gegen mich vom Gericht noch nicht zugelassen", so Weidling. Er gehe auch nicht davon aus, dass sie zugelassen werde. Und weiter: "Ich glaube, wenn ich bei diesem Unsinn schuldig gesprochen werde, lasse ich mir den Namen des Staatsanwaltes auf den Hintern tätowieren."

Panorama hatte Anfang Oktober 2012 über die Schattenseiten der Volksmusik berichtet, über ein System dubioser Geldzahlungen, über den ganz großen Skandal in der Branche, den ein Mann ausgelöst hat, der einst als der König der Volkmusik galt.

Stand: 08.10.13 19:15 Uhr