Fluggastrechte: Bußgelder steigen sprunghaft an
Fluglinien, die bei Verspätungen und Annullierungen ihre Passagiere nicht entschädigen, müssen offenbar immer mehr und immer höhere Bußgelder zahlen. Das geht aus verschiedenen Anfragen hervor, die der Bundestagsabgeordnete Markus Tressel (Bündnis 90/Die Grünen) an das Bundesverkehrsministerium gestellt hat.
Demnach stieg die Zahl der Bußgelder und deren Höhe jedenfalls sprunghaft an. Panorama hatte bereits mehrfach darüber berichtet, dass die EU-Fluggastrechte-Verordnung von vielen Airlines nicht eingehalten wird.
Keine Entschädigung trotz Verspätung: Warum Flugreisende oft leer ausgehen
Viele Fluggesellschaften verweigern Passagieren bei Verspätung Entschädigungen.
Bis Februar 2011 lediglich 37 Bußgelder
Das Luftfahrtbundesamt (LBA), das eigentlich für die Umsetzung der Verordnung zuständig ist, schaute dabei lange Zeit mehr oder weniger tatenlos zu. So hatte die Bundesregierung im Februar 2011 auf eine kleine Anfrage mitgeteilt, dass seit 2005 in gerade mal 37 Fällen Bußgelder gegen Airlines ausgesprochen wurde. Dieses lag zwischen 1.000 und 4.000 Euro.
Bis Oktober 2011 stieg die Zahl der Bußgelder nun auf 219 an, wodurch insgesamt 2,3 Millionen Euro eingenommen wurden. Dies geht aus der jüngsten Anfrage Tressels an der Bundesverkehrsministerium hervor. Demzufolge ist die durchschnittliche Höhe der Bußgelder von ca. 3.000 auf ca. 10.600 Euro angestiegen.



