Iranische Kampfdrohnen: Bundesanwaltschaft klagt an

Iranische Kampfdrohnen: Bundesanwaltschaft klagt an

von Stefan Buchen

Iran stellt erste Eigenbau-Drohne vor © picture alliance / dpa Fotograf: Ho

Motoren der Firma Limbach sind "Bauartbedingt" für die iranische Kampfdrohne Ababil III geeignet.

Nach jahrelangen Ermittlungen hat die Bundesanwaltschaft zwei Händler angeklagt, die an den Zollbehörden vorbei Flugmotoren aus Deutschland für militärisch nutzbare Drohnen in den Iran geliefert haben sollen. Wie die obersten deutschen Strafverfolger heute melden, vermuten sie einen Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz, nach dem die Ausfuhr militärischen Geräts in den Iran verboten und der Export sowohl zivil als auch militärisch verwendbarer Güter genehmigungspflichtig ist.

"Bauartbedingt" für iranische Kampfdrohne geeignet

Panorama hatte in einem Bericht 2010 den konspirativen Export von Leichtmotoren in den Iran aufgedeckt. Darin wird auch die Rolle des 30-jährigen Deutsch-Iraners Iman L. thematisiert, der nach Panorama-Recherchen Motoren des deutschen Herstellers Limbach in den Iran geliefert hat. Der Firmenchef von Limbach räumte gegenüber Panorama ein, 30 Motoren an L. verkauft zu haben.

Nun sitzen Iman L. und der 54-jährige Iraner Davud A. vor dem Oberlandesgericht Frankfurt auf der Anklagebank. A. wird vorgeworfen, zumindest einen Teil der in den Iran gelieferten Flugmotoren dort an namentlich nicht bekannte Abnehmer weiter veräußert zu haben. Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die Endkunden bei den iranischen Streitkräften zu suchen sind. "Bauartbedingt" seien die Motoren für die iranische Kampfdrohne Ababil III geeignet.

Stand: 20.02.13 13:05 Uhr