US-Studie: gravierende Probleme durch Drohnenangriffe

Plakat gegen Drohnen

Chirurgisch präzise? Kampfdrohnen sind lange nicht so präzise, wie gedacht.

Die Diskussion um den Einsatz von Drohnen wird nicht nur in Deutschland geführt: In den USA haben Experten nun eine äußerst kritische Bewertung der Drohnenangriffe vorgelegt: Diese Art der Kriegsführung sei politisch kontraproduktiv, rechtlich fragwürdig und koste Hunderte von Zivilisten das Leben, so Wissenschaftler der Jura-Fakultäten der Stanford und New York University in einer ausführlichen Studie über das "Leben unter Drohnen".

Lizenz zum Töten?

Panorama hatte die eine Diskussion um den Einsatz von Kampfdrohnen bei der Bundeswehr angestoßen.

Auch das ARD-Magazin "Monitor" befasste sich in der vergangenen Sendung mit der amerikanischen Studie. Laut ihr ist das Versprechen der Drohnen - gezieltes Töten - eine Lüge: die Waffen sind lange nicht so präzise, wie gedacht. Seit Beginn des amerikanischen Drohnenkriegs wurden alleine in Pakistan durch Drohnen mindestens 2.500 Menschen getötet, wahrscheinlich deutlich mehr. Darunter bis zu 900 Zivilisten und fast 200 Kinder.

"Viele der Angriffe mit bewaffneten Drohnen sind nicht vereinbar mit dem Völkerrecht", so Professor James Cavallaro, Mitarbeiter der Studie. "Und für Angriffe, die wissentlich oder absichtlich gegen das Völkerrecht verstoßen, dafür gibt es einen Begriff: Kriegsverbrechen."

Das Bild von den chirurgisch präzisen, sauberen Waffen hat, nicht zuletzt durch die Studie "Leben unter Drohnen", Schrammen bekommen.

Stand: 01.10.12 09:30 Uhr