12.02.12 | 21:45 Uhr

Wulff und die Amigos - wenn Politik auf Wirtschaft trifft…!

Mit einem Bericht über ein zweifelhaftes Privatdarlehen begann vor zwei Monaten die Affäre um Bundespräsident Christian Wulff. Damals ging es um die unsaubere Verquickung von Politischem mit Privatem und um einen Ministerpräsidenten, der vor dem niedersächsischen Landtag 2010 nicht die ganze Wahrheit gesagt hatte.

Heute, acht Wochen später, ist es dem Bundespräsident noch nicht gelungen, reinen Tisch zu machen. Im Gegenteil. Jede Woche gibt es neue Vorwürfe – die Fragen, die sich stellen, bleiben aber die gleichen: Hat Christian Wulff sein Amt ausgenutzt, um in den Genuss von kleinen Gefälligkeiten, privaten Vorteilen, Glanz und Glamour zu kommen? Wie ehrlich geht der erste Mann im Staate mit den zahlreichen Vorwürfen um – und wie glaubwürdig ist er noch?

Ungereimtheiten um einen Sylt-Urlaub

Christian und Bettina Wulff auf dem Münchner Oktoberfest. Im Hintergrund David Groenewold. © dpa - Report Fotograf: Felix Hörhager

Wulff in der Kritik - eine Ungereimtheit jagt die nächste.

Nach dem Privatkredit, dem Audi Q3, den Designerkleidern, dem Flugupgrade, dem Bobbycar und dem Nord-Süd-Dialog handelt das neueste Kapitel in der Wulff-Affäre wieder von einem - möglicherweise kostenlosen - Urlaub: Im Herbst 2007 hatte Filmunternehmer David Groenewold gemeinsam mit den Wulffs einen Urlaub auf Sylt verbracht und die komplette Rechnung per Kreditkarte bezahlt. Laut Wulffs Anwalt habe der damalige Ministerpräsident seinen Anteil der Rechnung gegenüber Groenewold in bar beglichen. Dennoch prüft nun die Staatsanwaltschaft Hannover, ob ein Anfangsverdacht der Vorteilsnahme im Amt durch Wulff vorliegt. Denn die niedersächsische Landesregierung soll sich angeblich für Groenewolds geschäftliche Belange eingesetzt haben.

Eine Hand wäscht die andere – gehört dieses Prinzip zum Verhältnis von Politik und Wirtschaft zwangsläufig dazu? Ist Christian Wulff ein unbelehrbarer Schnäppchenjäger? Wie weit darf die Freundschaft zwischen Politikern und Unternehmern gehen? Wird in Hannover besonders viel geklüngelt? Oder ist die Debatte um Bundespräsident Wulff kleinkariert?

Diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.