08.01.12 | 21:45 Uhr

Der Problem-Präsident – wie glaubwürdig ist Christian Wulff?

Wie er mit kritischer Medienberichterstattung umgehe, wurde Christian Wulff kurz vor seiner Wahl zum Bundespräsidenten 2010 gefragt. Seine Antwort: "Wer die Hitze nicht verträgt, darf nicht Koch werden." Wulff ahnte damals vermutlich noch nicht, wie heiß es tatsächlich werden würde.

Ein Portrait zeigt Christian Wulff (CDU) mit ernstem Gesicht. © dapd Fotograf: Axel Schmidt

Wie viel Rückhalt hat Wulff in der Bevölkerung?

Vor mehr als drei Wochen wurde das mediale Dauerfeuer auf den Bundespräsidenten eröffnet. Ging es bis zum Jahresende vor allem um ein umstrittenes Privatdarlehen, moralische Verantwortung und mangelhaftes Krisenmanagement, sieht sich Wulff seit einigen Tagen dem Vorwurf ausgesetzt, Medien – namentlich der "Bild"-Zeitung – telefonisch gedroht zu haben, um die Berichterstattung über seinen Privatkredit zu verhindern. Am 4. Januar ging Wulff in die Offensive und schilderte in einem Fernsehinterview seine Sicht der Dinge. Was ein Befreiungsschlag werden sollte, streute am Ende jedoch nur neue Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Bundespräsidenten.

Wulff konnte nicht überzeugen

Nun steht Aussage gegen Aussage: Während Wulff bekräftigt, Ziel seines Anrufs bei Chefredakteur Kai Diekmann sei lediglich ein Aufschub der Veröffentlichung gewesen, spricht die "Bild"-Zeitung weiterhin von Drohungen. Auch in der Bevölkerung scheint Wulff mit seinem Auftritt keinen Boden gut gemacht zu haben: Laut dem aktuellen 'ARD Deutschlandtrend' fanden nur 30 Prozent der Befragten den Bundespräsidenten überzeugend.

Hat Christian Wulff seinen Kredit bei der Bevölkerung verspielt? Was darf ein Bundespräsident – und wann sollte er zurücktreten? Wer steht noch auf der Seite des Bundespräsidenten? Welche Folgen hat der Fall Wulff für die Regierung Merkel?

Diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntag mit seinen Gästen.