23.09.12 | 21:45 Uhr

Eine Frage der Gerechtigkeit: Wer kann noch in Wohlstand leben?

Es ist die Geschichte einer ganzen Generation: Wer in den 40er-, den 50er- oder den 60er-Jahren aufgewachsen ist, hat sich den heutigen Lebensstandard oft hart erarbeitet. Aus eigener Kraft baute man ein Leben in Wohlstand auf: Erst kam der Fernseher, dann das Auto, schließlich der jährliche Urlaub an der Riviera oder auf Sylt – bei manchen sogar das eigene Haus. Man muss nur anpacken, so der Gedanke, dann schafft man es auch.

Für die Kinder dieser Generation war der elterliche Wohlstand bereits ein selbstverständliches Lebensgefühl: Der große Farbfernseher nicht mehr wegzudenken, das Auto zum 18. Geburtstag keine Seltenheit, und für die Urlaubsreise durfte es dann auch schon mal gerne in die USA gehen. Wohlstand für alle – im gesicherten Sozialstaat Deutschland.

Ein Obdachloser vor einer Luxusboutique © dapd Fotograf: Patrick Sinkel

Wohlstand für alle - auch heute noch?

Allmählich aber weicht diese Gewissheit einem sorgenvollen Blick in die Zukunft. Talent und Fleiß sind längst kein Garant mehr für den sozialen Aufstieg. Seit Jahren versprechen alle Parteien, die Mittelschicht zu entlasten – doch Fehlanzeige: Häufig haben Facharbeiter, Handwerker und Angestellte das Gefühl, dass immer weniger im Portemonnaie bleibt. "Wohlstand für alle"? Daran denkt kaum jemand mehr. Eurokrise, Staatsverschuldung und demographischer Wandel stellen Deutschland vor gewaltige Herausforderungen.

Lässt sich unser Lebensstandard in Zeiten der Wirtschafts- und Euro-Krise noch halten? Oder ist das Konzept "Wohlstand für alle" längst gescheitert? Wer trägt die Verantwortung für die negativen Entwicklungen: Unfähige Politiker oder eine leistungsschwache Gesellschaft? Wie schaffen wir mehr Chancengleichheit?

Diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.