27.01.13 | 21:45 Uhr

Herrenwitz mit Folgen – hat Deutschland ein Sexismus-Problem?

"Sie können ein Dirndl auch ausfüllen."
Diese sechs Worte, angeblich gesprochen von FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle in weinseliger Stimmung, haben in dieser Woche eine hitzige Diskussion ausgelöst. Darf ein Politiker einer jungen Journalistin gegenüber derart anzüglich werden? Oder ist das einfach nur ein Altherrenwitz, der die Aufregung nicht wert ist? Die Meinungen gehen auseinander.

Der Stern-Artikel

Der aktuelle "Stern" hat eine große Debatte ausgelöst.

Die "Stern"-Redakteurin Laura Himmelreich zumindest wollte ihrem Ärger öffentlich Luft machen. Die zotigen Sprüche des FDP-Politikers am Vorabend des Dreikönigstreffens vergangenes Jahr empfand sie als distanzlos, unprofessionell und unangenehm. Nur, weil sie eine junge Frau ist, habe ihr der Politiker lieber einen Handkuss als ein ernsthaftes Gespräch gegeben.

Das machte sie wütend. Himmelreichs Artikel löste im Internet einen wahren Anti-Sexismus-Sturm aus. Auf Twitter unter dem Hashtag #aufschrei berichten seit Donnerstag unzählige Frauen über ihre negativen Erfahrungen mit übergriffigen Kollegen und Chefs, über frauenfeindliche Sprüche, Busengrabscher und anzügliche Blicke. Sexismus gibt es überall, lautet ihre Botschaft, damit muss endlich Schluss sein!

Viele sehen das jedoch ganz anders. Das sei doch übertrieben und albern! Ein paar dumme Sprüche, ein flirtender Blick – das werde ja wohl noch erlaubt sein. Und außerdem: Warum erscheine der Artikel ausgerechnet jetzt, erst ein Jahr, nachdem sich die Vorfälle ereignet haben sollen?

Wo fängt Sexismus an? Welche Rolle spielen die Medien? Wie alltäglich sind Anzüglichkeiten und Übergriffe gegenüber Frauen? Ist Sexismus eine Generationenfrage?

Diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.