05.05.13 | 21:45 Uhr

Notendruck, Sitzenbleiben – weg mit der alten Schule?

Prüfungsstress © dpa Fotograf: Armin Weigel

Pauken, Noten, Prüfungsstress: Mit der Schulzeit beginnt der Ernst des Lebens.

"Jetzt beginnt der Ernst des Lebens." Mit diesem wenig aufmunternden Spruch verbinden ganze Generationen ihren ersten Schultag. Vorbei ist es mit der ungezwungenen Kindheit, jetzt wird still gesessen und gepaukt, das Erlernte wird geprüft und benotet, und wer das Klassenziel nicht erreicht, muss eine Ehrenrunde einlegen. So funktionierte Schule in Deutschland jahrzehntelang. So funktioniert Schule größtenteils auch heute noch.

Doch diese Vorstellung von Bildung und Bildungsvermittlung steht seit Jahren in der Kritik. Moderne Konzepte legen den Fokus auf die individuelle Förderung von Kindern, der Frontalunterricht wird vielerorts bereits durch Gruppenarbeit abgelöst, und viele Lehrer lehnen ein autoritäres Verhältnis zu ihren Schülern ab.

Philosoph Richard David Precht gehen diese Reformschritte nicht weit genug. Er fordert eine "Bildungsrevolution", in der die klassischen Schulfächer aufgelöst und die Notenvergabe - und somit auch das Sitzenbleiben - komplett abgeschafft werden. Dem deutschen Bildungssystem bescheinigt er einen katastrophalen Zustand – und hat damit nicht nur aber vor allem viele Schüler auf seiner Seite.

Was spricht für, was gegen Sitzenbleiben? Wo bleibt der Leistungsgedanke, wenn Schüler ohne Zensuren lernen? Wie streng und autoritär muss Schule sein? Brauchen wir eine umfassende Bildungsreform?


Diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.