11.12.11 | 21:45 Uhr

Nach dem Krisen-Gipfel – Geht's jetzt auch mit Deutschland bergab?

Die Woche begann mit einem Paukenschlag. Am Montag verkündete die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), dass sie die Eurostaaten verschärft beobachten wolle, um ihre Kreditwürdigkeit neu zu bewerten. 15 der 17 Euroländer müssen demnach mit einer Herabstufung ihrer Bonität rechnen. Deutschland sowie fünf weiteren Ländern droht sogar der Verlust ihrer Bestnote AAA. Und damit nicht genug: Auch große Kreditinstitute wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank sollen einer kritischen Analyse unterzogen werden. Ebenso der Rettungsschirm EFSF und die gesamte Europäische Union (EU).

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15 Euroländern droht eine Herabstufung.

Die bloße Ankündigung der Ratingagentur bringt das mühsam ausgehandelte Konstrukt zur Eurorettung ins Wanken. Dass die Herabstufung eines Landes eine Abwärtsspirale auslösen kann, hat das Beispiel Griechenland in den vergangenen Monaten gezeigt. Nun droht weiteren Ländern das finanzielle Desaster - sie müssen um ihre Kreditwürdigkeit bangen.

Die Herabstufung der gesamten EU könnte zudem schwerwiegende Folgen für den internationalen Finanzmarkt haben. Auch Deutschland, das bislang als Garant für eine stabile europäische Finanz- und Wirtschaftspolitik gilt, könnten bei einer Herabstufung schwierige Zeiten bevorstehen. Die Angst in der Bevölkerung vor höheren Preisen, mehr Arbeitslosen, weniger Exporten und einem allgemeinen Einbruch der Wirtschaft wächst, während die Staats- und Regierungschefs betont gelassen reagieren.

Welche Folgen haben also die schlechten Ratingprognosen für Deutschland? Muss die Macht der Ratingagenturen eingedämmt werden? Drohen im kommenden Jahr auch Deutschland Inflation, Rezession und steigende Arbeitslosigkeit? Lohnt es sich überhaupt, den Euro retten zu wollen – oder sollten wir gleich zur D-Mark zurückkehren?

Diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.