04.11.12 | 21:45 Uhr

Kostenfaktor Oma – wird Pflege unbezahlbar?

Eigentlich könnte doch alles so schön sein: Die Menschen werden immer älter und haben folglich mehr Zeit, ihren Lebensabend zu genießen. Ein neues Hobby entdecken, Reisen unternehmen, sich ehrenamtlich engagieren – endlich ist Zeit für alles, was früher im Alltag auf der Strecke blieb.

Altenpflege ist häufig kaum bezahlbar © ddp Fotograf: Martin Oeser

Wohin mit Oma? Ins Altenheim? Oder in ein ausländisches Pflegeheim?

Doch was in der Theorie schön klingt, hat mit der Realität häufig wenig zu tun. Mit dem Alter kommen oft Krankheiten, Gebrechen, schwere körperliche und geistige Einschränkungen. Je älter man wird, desto schwieriger wird ein selbstständiges Leben ohne fremde Hilfe. Und damit kommt das nächste Problem: Wer auf Hilfe angewiesen ist, kann sie sich nicht zwangsläufig auch leisten. Bei vielen Rentnern reichen Rente- und Pflegeversicherung nicht aus, um eine Pflegekraft oder gar ein schönes Zimmer im Seniorenheim zu bezahlen.

Für viele Familien gibt es daher neben dem staatlichen Altersheim häufig nur zwei Möglichkeiten: Sie engagieren eine Pflegekraft aus dem - meist osteuropäischen - Ausland, die sich zu relativ günstigen Konditionen um die pflegebedürftigen Angehörigen kümmert. Oder sie lassen ihre pflegebedürftigen Partner, Eltern oder Großeltern im Ausland betreuen – in Polen, in der Slowakei, aber auch in Spanien oder Thailand.

Mit beiden Alternativen tun sich Familien häufig schwer. Meist bleibt das ungute Gefühl, den Angehörigen an Fremde abgeschoben zu haben. Weil das Geld fehlt – oder einfach die Zeit.

Welche Pflegemöglichkeiten gibt es? Sind Seniorenheime im Ausland eine gute oder einfach nur die billige Alternative? Warum ist Pflege in Deutschland so teuer? Wie muss eine gute Betreuung im Alter aussehen?


Darüber diskutierte Günther Jauch am Sonntag mit seinen Gästen.