12.05.13 | 21:45 Uhr

Patientenfalle Krankenhaus – unnötige OPs für satte Gewinne?

Spitzenreiter Deutschland: In kaum einem anderen Land operieren Ärzte so häufig wie bei uns. Ob das Einsetzen eines neuen Hüftgelenks, eine Herz-Bypass-Operation oder die Behandlung eines Leistenbruchs – Deutschland liegt im internationalen Vergleich ganz weit vorn, oftmals auf Platz 1.

Chirurgen bei einer OP © picture alliance/AFP Creative Fotograf: Martin Bureau

In Deutschland wird besonders häufig operiert.

Laut einer aktuellen Studie der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) kommen die Deutschen auf die meisten Klinik-Behandlungen. Pro 1.000 Einwohner zählte die OECD hierzulande 240 Behandlungen, während Nachbar Niederlande auf nur 116 Behandlungen kommt – der OECD-Durchschnitt liegt bei 155 Behandlungen. Deutschland belegt somit nach Österreich Platz 2 des internationalen Rankings.

Viele Behandlungen = optimale medizinische Versorgung?

So logisch die Gleichung auf den ersten Blick auch aussieht – sie geht nicht auf. Denn Operationen wie beispielsweise das Einsetzen eines künstlichen Hüftgelenks bescheren den Kliniken zwar satte Gewinne, sind oftmals aber gar nicht notwendig. Krankenkassen und Gesundheitsexperten warnen deshalb vor unnötigen Eingriffen. Auch viele Ärzte gehen mittlerweile an die Öffentlichkeit und beklagen, dass zunehmend der Gewinn im Vordergrund stehe und nicht die bestmögliche Therapie für den Patienten. Die Kliniken hingegen weisen derartige Vorwürfe zurück.

Warum wird in Deutschland so viel operiert? Ist Kliniken der Gewinn wichtiger als das Wohl des Patienten? Muss unser Gesundheitssystem reformiert werden? Wie wird man zum mündigen Patienten?

Diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.