08.12.13 | 21:45 Uhr

Weihnachten mit Amazon und Co. - wer leidet unter unserem Bestell-Wahn?

Überfüllte Kaufhäuser, lange Warteschlangen an den Kassen, gestresste Mitmenschen: In der Vorweihnachtszeit kann das Einkaufen zum Spießrutenlauf werden. Wie herrlich praktisch ist es da, gemütlich auf dem heimischen Sofa zu sitzen und – klick, klick – die Geschenke online zu kaufen. Heute bestellt, morgen geliefert, keinen Fuß vor die Tür gesetzt – so unkompliziert ist die schöne Welt des Online-Shoppings. Und was nicht gefällt, wird einfach und meist kostenlos zurückgeschickt.

Ein Paketbote schleppt zwei große Pakete durch den Schnee  Fotograf: Jens Kalaene

Zwei Milliarden Pakete wurden 2012 versendet.

Doch was Kunden von Amazon, Zalando und anderen Onlinehändlern erleichtert aufatmen lässt, bringt Paketboten aus der Puste: Sie kommen mit dem Ausliefern der Waren kaum hinterher, schleppen im Akkord kiloschwere Pakete bis in den fünften Stock und müssen nicht selten 14 Stunden am Tag schuften, um alles pünktlich auszuliefern. Mehr als zwei Milliarden Pakete mit einem Gewicht von bis zu 31 Kilo haben die Zusteller allein 2012 an die Haustüren gebracht – Tendenz steigend.

Denn der Onlinehandel boomt. Immer mehr Menschen finden Gefallen am Konsum per Mausklick und ordern von der Zahnpasta über Bücher bis hin zum neuen Kühlschrank alles im Internet. Die Versandhandelsbranche erzielt Milliardenumsätze. Die Gewinner sind Konsumenten und Onlinehändler – die Verlierer Paketboten und der kleine Buchladen an der Ecke?

Wie funktionieren Internetshops wie Amazon und Zalando? Wer zahlt den Preis für unsere Bequemlichkeit? Wie hat der Onlinehandel unser Konsumverhalten verändert?

Diese Fragen diskutiert Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.