11.11.12 | 21:45 Uhr

Was verdient Deutschland? Der Streit um einen gerechten Lohn

10,41 Euro in Luxemburg, 8,88 Euro in den Niederlanden, 3,80 Euro in Spanien: In gut zwei Dritteln aller EU-Länder erhalten Beschäftigte einen festgelegten Mindestlohn pro Stunde. Unterhalb der jeweiligen Lohngrenzen, so die Gesetze, dürfen dort die Gehälter nicht fallen.

Ganz anders sieht es in Deutschland aus. Hierzulande werden teilweise für unter fünf Euro Stundenlohn Haare geschnitten, Blumen geerntet, Regale befüllt und Pakete ausgetragen. Einen Mindestlohn gibt es nur in zwölf Branchen.

Angestellte in einem Supermarkt © dapd Fotograf: Torsten Silz

Viel Arbeit, wenig Lohn: Viele Menschen können von ihrem Gehalt nicht leben.

So haben viele Beschäftigte trotz harter Arbeit nur wenig mehr im Portemonnaie als ein Hartz-IV-Empfänger. Während Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften noch über den flächendeckenden Mindestlohn streiten, mussten allein 2011 rund 330.000 Vollzeitbeschäftigte ihren Lohn mithilfe des Staates aufstocken, um über die Runden zu kommen.

Einige von Ihnen haben wir besucht. Am Sonntagabend erzählten Sie Ihre Geschichte bei GÜNTHER JAUCH.

Arm trotz Arbeit – warum gibt es immer mehr Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen? Kann ein gesetzlicher Mindestlohn Abhilfe schaffen? Wie lässt sich verhindern, dass Niedriglöhner künftig auf Hartz IV angewiesen sind? Ist Leiharbeit eine echte Alternative – oder verschärft sie das Problem?

Darüber diskutierten Regina Richter (Friseurin in Leipzig), Petra Jacobi (Kassiererin in Dresden) Markus Boerhanudin (Packer in Hamburg) und Günther Jauch mit Ursula von der Leyen, Anton Schaaf, Oskar Lafontaine und Thomas Kemmerich sowie mit dem Uncercover-Journalisten Massimo Bognanni.