25.08.13 | 21:45 Uhr

Denkzettel statt Stimmzettel – wozu noch wählen?

Es ist schon ein Kreuz mit dem Kreuz: Theoretisch dürften zur Bundestagswahl am 22. September knapp 62 Millionen Menschen in die Wahllokale gehen und ihre Stimme abgeben. Praktisch werden dies aber nur etwa 70 Prozent der Wahlberechtigten tun, so die Prognosen. Bereits bei der Bundestagswahl 2009 hatten sich 18 Millionen Menschen gegen das Wählen entschieden – ein Rekord in der Geschichte der Bundesrepublik. 2013 könnte die Schar der Nichtwähler sogar noch größer werden.

Wählen? Nein Danke!  Fotograf: Wolfgang Kumm

Es gibt zahlreiche Gründe für Nichtwähler, nicht zu wählen.

Die Gründe für das Nichtwählen sind so unterschiedlich wie die Nichtwähler selbst: Sie kommen aus allen Regionen, Altersklassen und sozialen Schichten, sind meist aber eher Benachteiligte unserer Gesellschaft. Sie sind enttäuscht von Parteien, sie fühlen sich belogen von Politikern - oder ihnen ist alles Politische schlichtweg egal. Immer häufiger entscheiden sich auch privilegierte Menschen dagegen, ihr Stimmrecht auch auszuüben. Sie können sich mit keiner Partei identifizieren, ihnen fehlen "echte Typen" - oder sie wollen ihren Protest zum Ausdruck bringen und der Politik einfach einen Denkzettel verpassen.

Bei GÜNTHER JAUCH trafen am Sonntagabend Nichtwähler auf Politiker und diskutierten, welche Gründe die Wahlverweigerung hat, ob Nichtwähler die Demokratie gefährden und ob eine Wahlpflicht sinnvoll wäre.