27.10.13 | 21:45 Uhr

Handy-Alarm im Kanzleramt – machtlos gegen Amerikas Spitzel?

Ein mächtiger US-Geheimdienst knackt weltweit Handys und Computer, sammelt und sichtet Milliarden Daten, hört Telefonate ab und liest SMS mit. Er spioniert nicht nur Kriminelle und mutmaßliche Terroristen aus, sondern belauscht auch normale Bürger, Unternehmer und Behörden. Selbst Spitzenpolitiker und Regierungschefs sind vor den Spionageattacken nicht sicher.

Was nach einem erstklassigen Hollywood-Thriller aus den 1990er-Jahren klingt, ist mittlerweile Realität. Spätestens seit diesem Sommer weiß die Öffentlichkeit, dass der US-Geheimdienst NSA im großen Stil spioniert und abhört. Seit dieser Woche gibt es den Verdacht, dass sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel vom großen Bruder USA ausspioniert wurde. Ihr Handy, treuer Begleiter beim Regieren, soll von der NSA belauscht worden sein.

Bundesregierung hatte Spähaffäre für beendet erklärt

Angela Merkel mit Handy

Abgehört und ausgespäht: Hat die NSA Kanzlerin Merkel überwacht?

Dabei hatte die deutsche Bundesregierung die NSA-Spähaffäre noch vor wenigen Wochen für beendet erklärt. "Der Vorwurf der vermeintlichen Totalausspähung in Deutschland ist vom Tisch. Es gibt in Deutschland keine millionenfache Grundrechtsverletzung", sagte Kanzleramtschef Ronald Pofalla im August. "Alle Verdächtigungen, die erhoben wurden, sind ausgeräumt", sekundierte Innenminister Hans-Peter Friedrich wenige Tage später.

Doch seit die Spionageattacke auf Merkels Handy publik wurde, ist das politische Berlin in Aufruhr. Empörung über das Verhalten der USA macht sich breit. "Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht", kommentierte denn auch Kanzlerin Merkel das Geschehen. Noch im Juli war sie sich sicher, nicht von den USA ausspioniert zu werden: "Mir selber ist nicht bekannt, wo ich abgehört wurde."

Hat die Bundesregierung die NSA-Spähaktionen unterschätzt oder verharmlost? Wie sehr ist das deutsch-amerikanische Verhältnis nun beschädigt? Wie sicher sind unsere Kommunikationsdaten?

Darüber diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.