30.06.13 | 21:45 Uhr

Die Schlagloch-Republik – geht Deutschland kaputt?

Baustelle © picture alliance/rtn radio tele nord

Nichts geht mehr: Stau gehört auf unseren Autobahnen zum Alltag.

Das Gaspedal durchtreten und mit röhrendem Motor über tausende Kilometer glatt asphaltierter Straßen dahingleiten – in den Träumen von Autofans aus aller Welt spielen deutsche Autobahnen bislang eine Hauptrolle. Unsere Schnellstraßen sind so berühmt, dass der Begriff "Autobahn" sogar in den englischen Sprachgebrauch übernommen wurde.

Doch der Traum vom grenzenlosen Fahrspaß muss mehr und mehr der Realität weichen: Die einst makellosen Asphaltpisten sind vielerorts von Schlaglöchern durchsiebt, statt Tempo 200 muss wegen Baustellen und Staus teilweise Schritttempo gefahren werden. Und in Städten und Ortschaften gleicht der Straßenbelag häufig eher einem Flickenteppich als einer einheitlichen Asphaltdecke.

Deutschlands Infrastruktur droht der Kollaps

Auch in anderen Bereichen sieht es nicht besser aus. Verrostete Trassen und verschlissene Schienen sorgen für Zugausfälle und Verspätungen. Brücken sind vielerorts einsturzgefährdet und dürfen nicht mehr von schweren LKWs befahren werden. Und in vielen öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Kindergärten oder Hallenbädern bröckelt schon lange der Putz von den Wänden.

Das Urteil vieler Experten ist eindeutig: Deutschlands Infrastruktur, einst eine der Grundfesten für die Wirtschaft, steht vor dem Kollaps. Schuld sind mangelnde Investitionen in die Instandhaltung und den Ausbau. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung müsste die Politik 6,5 Milliarden Euro zusätzlich in die Verkehrsinfrastruktur investieren, um auf einem modernen Stand zu bleiben – jedes Jahr.

Wie kaputt sind Deutschlands Straßen und Schienen? Droht uns ein Verkehrsinfarkt? Gefährdet die desolate Infrastruktur den Wirtschaftsstandort Deutschland?

Darüber diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.