23.06.13 | 21:45 Uhr

Lohnsklaven und Menschenschinder - verkommen wir zum Billiglohnland?

Ein Stundenlohn von zehn Euro, eine geregelte 5-Tage-Woche, regelmäßige Pausen, bezahlter Jahresurlaub? Von diesen Arbeitsbedingungen können viele Menschen in Deutschland nur träumen. Sie schuften zwölf Stunden oder mehr am Tag und bekommen dafür zum Teil weniger als drei Euro Stundenlohn. Viele von ihnen können sich keine Wohnung leisten und hausen in überfüllten und abbruchreifen Häusern. Und nicht wenige werden von ihren Arbeitgebern unter Druck gesetzt und müssen für immer weniger Geld immer mehr leisten.

Arbeiter in Schutzkleidung stehen an einem Fließband und bearbeiten Fleisch.

Fließbandarbeit in einer Fleischfabrik.

Diese moderne Form der "Lohnsklaverei" dürfte es in Deutschland gar nicht geben: Stundenlöhne von drei oder vier Euro sind hierzulande sittenwidrig, für viele Branchen gelten gesetzlich geregelte Mindestlöhne und das deutsche Arbeitsrecht räumt Angestellten zahlreiche Rechte ein. Kurz: Deutschland gilt als ein Land, in dem Menschen für gute Arbeit auch gutes Geld erwarten können und fair behandelt werden.

Den Billiglöhnern aber nützen die Gesetze wenig: Leiharbeit, Werkverträge und undurchdringliche Firmengeflechte aus Subunternehmen und Sub-Subunternehmen ermöglichen es Firmen, die Löhne immer weiter zu drücken – und das meist auf legale Art und Weise. Mit kleinen Tricks können Unternehmen das Arbeitsrecht umgehen und so ihre Angestellten in die Lohnsklaverei zwingen.

Verkommt Deutschland zum Billiglohn-Land? Hebeln Unternehmen mit Werkverträgen das Arbeitsrecht aus? Was tun gegen Lohndumping und Menschenhandel?

Diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.