10.02.13 | 21:45 Uhr

Die Glaubens-Frage: Wie lebensnah ist die Kirche?

Die Kirchen in Deutschland stecken in einer tiefen Krise: Immer weniger Menschen können sich mit ihnen identifizieren, immer mehr Menschen entscheiden sich bewusst gegen sie. Jedes Jahr quittieren etwa 300.000 Katholiken und Protestanten ihre Mitgliedschaft in der Glaubensgemeinschaft.

Doch obwohl die Institution Kirche an Zustimmung und Bedeutung verliert, wird die Diskussion um den rechten Glauben und die Verquickung von Staat und Kirche hitzig geführt. Der Fall der mutmaßlich vergewaltigten Frau in Köln, die von zwei katholischen Kliniken abgewiesen wurde, hat erst in den vergangenen Wochen die Debatte neu entfacht und gezeigt: Das Thema Kirche bewegt Konfessionslose, Kirchgänger und Gläubige gleichermaßen.

Hand hält einen hölzernen Rosenkranz mit Kreuz daran. © picture-alliance/ dpa/dpaweb

Besonders laut war die Kritik an der Sexualmoral der katholischen Kirche.

Auch zu unserer Sendung mit dem Thema "Im Namen Gottes – wie gnadenlos ist der Konzern Kirche?" am vergangenen Sonntag war die Resonanz so groß wie selten: Unzählige Mails liefen während der Sendung auf, im Internet wurde heftig diskutiert und auch andere Medien vertieften später das Thema. Während die einen die christlichen Kirchen, ihre Lehren und Moralvorstellungen verteidigten, waren die anderen empört über die Sonderrechte von Glaubensgemeinschaften. Besonders laut war die Kritik an der Sexualmoral der katholischen Kirche, die viele als lebensfremd und diskriminierend empfinden.

Wie sehr haben sich die Kirchen von den Menschen entfernt? Missbrauchen kirchliche Einrichtungen ihre Sonderregelungen im Arbeitsrecht? Wie stehen bekennende Christen zur scharfen Kritik an den Amtskirchen?

Über diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntag mit seinen Gästen.