14.10.12 | 21:45 Uhr

Kachelmanns Fall – Was ist ein Freispruch wert?

Der Fall Kachelmann war in Deutschland zweifelsohne einer der Aufsehen erregendsten Prozesse des neuen Jahrtausends. Ein Jahr lang zog sich das Verfahren gegen den prominenten Wettermoderator Jörg Kachelmann hin. Der Vorwurf: Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung.

Von Beginn an stand der Prozess unter öffentlicher Beobachtung. Die Festnahme Kachelmanns im März 2010, die Anklageerhebung wegen des Verdachts der Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung im Mai, die Freilassung des Moderators aus der Untersuchungshaft im Juli, schließlich der Freispruch Kachelmanns im Mai 2011 – jeder Schritt wurde von den Medien beobachtet, kommentiert und bewertet.

"Er war es!" "Nein, er ist unschuldig!" Nicht nur in vielen Zeitschriften, Klatschblättern und Boulevardmagazinen wurde schnell ein Urteil gefällt. Auch die Öffentlichkeit teilte sich bald in zwei Lager: Die einen sprachen Kachelmann frei, für die anderen war er ein Täter. Im Mai 2011 wurde Kachelmann von allen Vorwürfen freigesprochen. Sein Ruf ist bis heute ruiniert.

Jörg und Miriam Kachelmann © Heyne Verlag Fotograf: Kay Blaschke

Miriam und Jörg Kachelmann

Jetzt geht der Wettermoderator gemeinsam mit seiner Ehefrau Miriam an die Öffentlichkeit und erhebt schwere Vorwürfe – gegen die Justiz, gegen die Medien und gegen alle diejenigen, die ihn der Vergewaltigung bezichtigt haben.

Wie hat Kachelmann die Haftzeit und den Prozess erlebt? Wie steht er heute zu Medien und Justiz in Deutschland? Führt er einen einsamen Kreuzzug gegen Behörden und Öffentlichkeit? Welche Folgen hat der Fall Kachelmann für andere Vergewaltigungsprozesse? Was tun gegen Vorverurteilungen und Justizirrtümer?

Darüber diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.