28.04.13 | 21:45 Uhr

Mia san mia – Uli Hoeneß und die Moral der Mächtigen

Bis vor wenigen Tagen galt er vielen als anpackender und engagierter Manager, als wortgewaltiges Bayern-Urgestein, als grundehrlicher Vorzeige-Millionär, als Gallionsfigur des deutschen Erfolgs-Fußballs.

Doch seit vergangenem Samstag ist alles anders, das gute Image ist passé. Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat sich mit einer Selbstanzeige als Steuerhinterzieher geoutet und ist nun für viele nur noch ein Scheinheiliger, ein Betrüger, eine große Enttäuschung. Die Lichtgestalt des deutschen Fußballs hat sich selbst ins Abseits gestellt – und damit sogar eine politische Debatte neu entfacht.

Wahlkampfthema Uli Hoeneß?

Uli Hoeneß mit "Mia-san-mia"-Banner  Fotograf: Julia Rahn

Hoeneß wird zum Politikum.

Regierung und Opposition liefern sich seit Montag einen Schlagabtausch über gescheiterte Steuerabkommen, den Umgang mit Steuersündern und vermeintliche Steueroasen. Uli Hoeneß' Verfehlungen dienen in der Debatte als Fallbeispiel und aktuelle Diskussionsgrundlage zugleich und haben das Zeug, ein echtes Thema im Bundestagswahlkampf zu werden. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck haben sich diese Woche zu Wort gemeldet.

Was wird aus Uli Hoeneß – auch als Präsident des FC Bayern? Wie steht es in unserer Gesellschaft um Anstand und Aufrichtigkeit? Soll es für reuige Steuerbetrüger weiter Straffreiheit geben?


Diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.