24.11.13 | 21:45 Uhr

Der Milliardenschatz – wohin mit Gurlitts Bildern?

Als das Nachrichtenmagazin "FOCUS" Anfang November seine Titelstory veröffentlichte, war die Sensation perfekt: Ein Kunstschatz mit knapp 1.300 Werken war aufgetaucht, jahrzehntelang gehortet von Kunsthändlersohn Cornelius Gurlitt in seiner Münchener Wohnung. Picasso, Matisse, Chagall, Beckmann, Dix, Spitzweg und Nolde – selbst Kunstbanausen ahnten, dass es sich um einen spektakulären Fund handeln musste.

Einige Bilder aus dem Kunstfund Gurlitts

Kunst im Wert von mehr als einer Milliarde Euro lagerte in Gurlitts Wohnung.

Doch je mehr Details bekannt wurden, desto komplizierter wurde die Geschichte um den Milliardenschatz: Die Kunstsammlung ist ein Erbe von Gurlitts Vater, einem Kunsthändler im Auftrag der Nationalsozialisten. Die Herkunft zahlreicher Bilder ist unklar, von manchen wusste man nicht einmal, dass sie existieren. Ein Großteil der Werke wurde offenbar von den Nationalsozialisten als "entartete Kunst" beschlagnahmt, viele stehen zudem im Verdacht, NS-Raubkunst zu sein. Wem gehören also die Bilder? Die Eigentumsverhältnisse und Ansprüche zu klären, ist nun Aufgabe einer eilig eingerichteten Taskforce.

Kunstschatz mit politischer Dimension

Der Sensationsfund beschäftigt nicht nur die Augsburger Staatsanwaltschaft, sondern auch die Politik. Bereits seit eineinhalb Jahren wissen die Behörden von der Existenz der Bilder und Bundesregierung, bayerische Landesregierung und Staatsanwaltschaft müssen sich fragen lassen, warum sie den Fall so lange verschleppt haben. Erste Stimmen fordern sogar, die Gesetze zur Nazi-Raubkunst zu überprüfen und gegebenenfalls zu ändern. Die Staatsanwaltschaft wiederum hat angekündigt, dass Gurlitt zahlreiche seiner Bilder schnellstmöglich zurückerhalten soll – zumindest diejenigen, bei denen er unstrittig der rechtmäßige Eigentümer ist.

Woher stammen die Bilder und wie sind sie in Gurlitts Besitz gelangt? Was sind die Werke wert? Was soll mit dem Fund passieren? Wie ist Deutschland bisher mit dem dunklen Kapitel der NS-Raubkunst umgegangen?

Darüber diskutiert Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.