13.01.13 | 21:45 Uhr

Die Flughafen-Versager – was kosten uns planlose Politiker?

Oktober 2011. Juni 2012. März 2013. Oktober 2013. Frühestens… 2014.

Vier Mal ist die Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg bereits verschoben worden, zuletzt vor wenigen Tagen. Auf einen Termin will sich nun niemand mehr festlegen. 2014 könnte es losgehen, heißt es vorsichtig. Vielleicht aber heben die Flieger auch erst 2015 von der neuen Startbahn ab - oder 2018? Wundern würde das wohl niemanden.

Das Prestigeprojekt BER ist längst zu einem Desaster geworden. Die Kosten explodieren, die Arbeiten stehen nahezu still, es hagelt Schuldzuweisungen und die Verantwortlichen werden mit Spott und Häme überzogen. Im Ausland heißt es schadenfroh, die Deutschen seien mit dem Mammutprojekt wohl überfordert. Und hierzulande schütteln die meisten nur noch verständnislos den Kopf über so viel Unfähigkeit.

BER – nicht die Ausnahme, sondern die Regel?

Klaus Wowereit und Matthias Platzeck © dapd Fotograf: Klaus-Dietmar Gabbert

Wowereit und Platzeck: Überfordert mit dem Großprojekt?

Dass es so weit gekommen ist, liegt nicht zuletzt am offenbar planlosen Handeln der Politik. Anstatt ein erfahrenes Unternehmen mit der Betreuung des Großprojekts zu beauftragen, entschieden der Bund, das Land Brandenburg und das Land Berlin, das Projekt selbst zu stemmen. Berlins Regierungschef Klaus Wowereit sowie sein Amtskollege aus Brandenburg, Matthias Platzeck, wurden Aufsichtsräte der verantwortlichen Flughafen Berlin Brandenburg GmbH. Sie sollten den Bau koordinieren und beaufsichtigen.

Dass Mammutprojekte wie der Berliner Flughafen derart aus dem Ruder laufen, wenn Politiker am Steuerrad stehen, ist keine Seltenheit. Ob der Nürburgring in Rheinland-Pfalz, die Elbphilharmonie in Hamburg, der Bahnhof Stuttgart 21 in Baden-Württemberg – alle Projekte haben vor allem durch immense Kosten, Verzögerungen und Fehlplanungen Aufsehen erregt. Die Zeche zahlt der Steuerzahler.

Was kostet das BER-Fiasko? Wer übernimmt die Verantwortung? Warum tut sich Deutschland so schwer mit öffentlichen Großprojekten? Blamiert uns Berlin vor der Welt?

Diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.