02.12.12 | 21:45 Uhr

Schöne Bescherung! Wer muss für unsere Geschenke leiden?

Die Bilder aus Bangladesch vom vergangenen Wochenende haben viele Menschen aufgeschreckt: Mehr als 120 Näherinnen starben, als eine Textilfabrik in Flammen aufging. Einige der Frauen waren in Panik aus den Fenstern der oberen Geschosse gesprungen, anderen gelang die Flucht vor dem Feuer nicht. Sie alle starben qualvoll. Sie alle waren in der Fabrik, um für einen Hungerlohn Kleidung zu nähen. Auch für deutsche Firmen wie C&A.

Ausgebrannte Fabrik in Bangladesh © AP/dapd Fotograf: Polash Khan

In Bangladesh ging eine Näherfabrik in Flammen auf.

Immerhin: Die Bilder haben den Blick der Welt zumindest kurzfristig auf ein moralisch und wirtschaftlich hochbrisantes Thema gelenkt. In Ländern wie Bangladesch, China und Indien arbeiten Hunderttausende Menschen unter fragwürdigen Bedingungen und produzieren Massenwaren für den europäischen und den US-Markt. Ob günstige Klamottenmarken, hochpreisige Labels, angesagte Handyproduzenten oder beliebte Spielzeughersteller – alle lassen ihre Waren zu Billiglöhnen im Ausland produzieren.

Für den Konsumenten in Deutschland bedeutet das eine große Produktauswahl, teilweise zu Schnäppchenpreisen. Für die Arbeiter in Asien bedeutet das 16-Stunden-Schichten und gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen für einen Monatslohn von teilweise gerade einmal 35 Euro. Zwar haben sich die Unternehmen in den letzten Jahren mehr und mehr für bessere Standards und gute Arbeitsbedingungen eingesetzt – doch von fairen Arbeitsbedingungen ist man in den Fabriken Chinas und Bangladeschs noch weit entfernt.

Gibt es Billig-Preise nur auf Kosten mieser Arbeitsbedingungen? Welche Produkte werden besonders unfair produziert? Auf welches Gütesiegel ist Verlass? Wer trägt die Verantwortung – Politik, Unternehmen oder Konsumenten?

Diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.