01.04.12 | 21:45 Uhr

Die große Benzin-Abzocke – wer stoppt die Preistreiber?

Benzinpreise auf Anzeigetafel einer Tankstelle. © NDR Fotograf: Rafael Czajkowski

"5 Mark pro Liter Benzin." Für diese Forderung wurden die Grünen im Bundestagswahlkampf 1998 belächelt, verspottet und beschimpft. Von politischem Selbstmord sprachen die einen, von ökologischer Spinnerei die anderen. Heute, 14 Jahre später, schmunzelt niemand mehr über die damaligen Visionen der Ökopartei. Autofahrern, Unternehmern und selbst Politikern ist das Lachen längst vergangen. Denn nie war Tanken so teuer wie derzeit.

1,69 Euro für den Liter Benzin und 1,55 Euro für Diesel müssen Verbraucher vielerorts heute bereits berappen. Zu Ostern könnte es sogar noch teurer werden. Und selbst ein Preis von zwei Euro für den Liter Benzin gilt nicht mehr als ausgeschlossen.

Mit steigendem Benzinpreis steigt auch die Wut der Verbraucher. Und ihre Verwirrung. Mehrmals täglich ändern sich die Preise an der Zapfsäule. Wer abends noch 1,60 für den Liter Benzin bezahlt, muss am nächsten Morgen 1,66 für den Liter zahlen. Und an der Tankstelle zwei Kilometer weiter ist es sogar noch zwei Cent teurer. Kein Wunder, dass die Kunden sich an der Nase herumgeführt fühlen. Und bei den Rekordpreisen überrascht es auch nicht, dass es an den Tankstellen immer seltener heißt: volltanken, bitte.

Abzocke oder freier Markt?

Verantwortlich für die undurchsichtige Preispolitik will niemand sein. Die Betreiber und Pächter der fünf größten Tankunternehmen Aral, Shell, Esso, Total und Jet sagen, der Preis werde von den Konzernzentralen vorgegeben. Die Mineralölkonzerne meinen, der Rohölpreis, die Irankrise und die Steuern seien schuld an den hohen Preisen. Die Betreiber der kleineren freien Tankstellen sehen sich als Getriebene der großen Unternehmen. Und die Politik, die über Steuern fleißig mitverdient, will nun erstmals in den Kampf um den Benzinpreis mit einer Preisbremse eingreifen.

Wer also ist schuld am ewigen Preiskampf? Werden die Verbraucher abgezockt? Wer und was treiben den Spritpreis tatsächlich in die Höhe? Was kann die Politik gegen die Preistreiberei tun? Oder kassiert der Staat doch nur kräftig mit?

Darüber diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.