20.11.11 | 21:45 Uhr

Schicksal Alzheimer - und wer kümmert sich dann um mich?

Ältere Herrschaften und ein junger Mann schauen zusammen ein Album mit alten Fotos an. © dpa Bildarchiv

Alzheimer bedeutet einen großen Einschnitt für Betroffene und Angehörige.

Wo liegt noch mal der Haustürschlüssel? Warum bin ich eigentlich in die Küche gegangen? Wie heißt die neue Nachbarin mit Vornamen?
Eine Demenz beginnt schleichend und ist für Betroffene und Angehörige zunächst nicht als Krankheit erkennbar. Erst, wenn die Schusseligkeit immer häufiger auftritt und mit der Vergesslichkeit erste Sprachstörungen einhergehen, wird vielen Menschen klar: Da stimmt etwas nicht. Wenn der Arzt dann die Diagnose Alzheimer stellt, stehen die Erkrankten meist unter Schock. Und auch Freunde und Verwandte ahnen, dass ihnen eine dramatische Zeit bevor steht. Denn Alzheimer ist nicht heilbar.

Die Krankheit trifft vor allem ältere Frauen und Männer. Fast 800.000 Menschen leiden in Deutschland an Alzheimer. Betroffen sind von der Krankheit jedoch weitaus mehr. Die Diagnose Alzheimer bedeutet auch für Kinder, Ehepartner und enge Freunde einen großen Einschnitt in das bisherige Leben: Alzheimer ist immer ein Abschied auf Raten.

Wer kann die Pflege leisten – und wer soll sie bezahlen?

Für die Angehörigen, die meist die Pflege der Erkrankten übernehmen, ist die Situation eine physische und psychische Belastung. Aus gestandenen Erwachsenen werden Kinder, die nichts mehr alleine können. Alzheimerkranke brauchen Hilfe beim Essen, beim Anziehen, bei der Körperpflege. Und am Ende steht für die Pflegenden häufig die belastende Gewissensfrage: Darf man den Alzheimerkranken in ein Heim geben, wenn man einfach nicht mehr kann?

Die Pflege von Alzheimerpatienten ist zudem nicht nur zeitaufwändig und kräftezehrend, sondern auch teuer. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt nur einen Teil der Kosten. Den Rest müssen Betroffene oder die Familien selbst tragen. Vor fast zwei Wochen hat die schwarz-gelbe Bundesregierung nun einige Beschlüsse zur Pflegereform gefällt. Doch reichen diese aus? Woher soll das Geld für die Pflege kommen? Brauchen wir ein komplett neues System? Und wo finden Betroffene nicht nur finanzielle sondern auch psychologische Hilfe in der Pflegezeit?

Diese Fragen diskutiert Günther Jauch am Sonntag mit seinen Gästen.