29.04.12 | 21:45 Uhr

Das Aldi-Prinzip – Billig um jeden Preis?

Phänomen Aldi: Trotz seines Billig-Images genießt der Discountriese Kultstatus in Deutschland. Galten die blauen Aldi-Einkaufstüten früher noch als Erkennungszeichen für weniger gut Betuchte, sieht man heute auch eine zahlungskräftige Klientel ihre Einkäufe aus dem Aldi-Markt tragen. Aus dem Arme-Leute-Laden von früher ist ein international agierendes Großunternehmen geworden. Allein in Deutschland gibt es etwa 4.400 Aldi-Filialen.

Aldi © ddp Fotograf: Volker Hartmann

Seit 50 Jahren ist Aldi erfolgreich.

Das Aldi-Prinzip funktioniert seit 50 Jahren. Der Umsatz des Discounters wird heute weltweit auf mehr als 50 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Die beiden Albrecht-Brüder, Karl und der verstorbene Theo, stehen und standen regelmäßig auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt. Und das Image des Schnäppchen-Supermarkts gilt als eines der besten der Branche: Gute Produkte zu niedrigen Preisen, Bezahlung der Mitarbeiter über dem branchenüblichen Tarif, pünktliche Bezahlung der Lieferanten – ein faires Schnäppchen-Paradies.

Oder nicht? Das saubere Image bekommt allmählich Risse.

Ein Insider packt aus

Andreas Straub hat fast vier Jahre im mittleren Management von Aldi gearbeitet. Schon in seinen ersten Arbeitstagen musste er feststellen: Bei Aldi herrsche ein System von hohem Arbeitsdruck, Einschüchterung, Willkür und perfiden Überwachungsmethoden.

Straub erhebt schwere Vorwürfe gegen Aldi und gehört damit zu den wenigen, die überhaupt öffentliche Kritik am Discountriesen äußern. Denn so präsent Aldi auch in den Städten und auf den Dörfern ist, so wenig ist über das Innenleben des Unternehmens bekannt. Wo andere Firmen Zahlen offen legen und Presseerklärungen herausgeben, herrscht bei Aldi Verschwiegenheit. Mitarbeiter geben nur selten Auskunft über ihre Arbeitssituation – angeblich aus Angst.

Was ist dran an Straubs Vorwürfen? Trägt Aldi sein Schnäppchen-Prinzip tatsächlich auf dem Rücken der Mitarbeiter aus? Welche Verantwortung trägt die Gesellschaft mit ihrer Geiz-ist-geil-Mentalität? Warum funktioniert das Discount-Prinzip ausgerechnet in Deutschland so gut?

Diese Fragen diskutierte Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.