18.05.14 | 21:45 Uhr

Mit Down-Syndrom aufs Gymnasium - freie Schulwahl für behinderte Kinder?

Es ist ein seltenes Bild in deutschen Klassenzimmern: Nicht behinderte Kinder sitzen zusammen mit geistig oder körperlich behinderten Kindern am Tisch und pauken Mathe, Deutsch und Englisch.

Was bislang noch die Ausnahme ist, soll bald die Regel sein. Mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich Deutschland 2009 verpflichtet, behinderten Kindern die gleichen Chancen und Möglichkeiten einzuräumen wie nichtbehinderten Kindern. Sie alle sollen in Zukunft gemeinsam an ganz normalen Schulen unterrichtet werden können. Für die Bundesländer heißt das: Schulgesetze anpassen und Voraussetzungen für den gemeinsamen Unterricht schaffen.

Doch was auf dem Papier nach einem klaren Konzept klingt, stößt in der Realität auf große Widerstände. Um Inklusion zu realisieren, fehlen vielen Schulen die Mittel. Es mangelt an Lehrern und Betreuern, an Fortbildungen und Materialien. Die Umsetzung käme zudem viel zu überstürzt, klagen betroffene Lehrer.

Wer wird benachteiligt, wer hat einen Vorteil?

Inklusions-Klasse © dpa/picture alliance

Zwei Schülerinnen einer Inklusionsklasse lernen gemeinsam.

Um das Thema Inklusion ist mittlerweile auch eine emotionale Debatte entbrannt. Viele Eltern und Schüler sehen die Inklusion mit gemischten Gefühlen. Sie fürchten, dass Kinder durch das Inklusions-Konzept benachteiligt würden: Geistig und körperlich Behinderte bräuchten starke individuelle Förderung und fühlten sich durch den Unterricht mit Nichtbehinderten entmutigt und stigmatisiert. Nichtbehinderte wiederum würden in ihrem Lerntempo gedrosselt.

„Falsch!“, sagen die Befürworter der Inklusion, das Gegenteil sei der Fall. Behinderte und Nichtbehinderte können voneinander lernen, Behinderte würden nicht mehr ausgegrenzt und letzten Endes wäre der gemeinsame Unterricht für alle ein Gewinn.


Gemeinsamer Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern – funktioniert das wirklich? Welche Hürden müssen Schulen überwinden? Welche Erfahrungen haben Eltern, Lehrer und Schüler bislang gemacht? Warum hinkt Deutschland in Sachen Inklusion international hinterher?


Darüber diskutiert Günther Jauch am Sonntagabend mit seinen Gästen.