Hintergrund zum Thema

30.09.12 | 21:45 Uhr

Hintergrund zum Thema


Deutsche Bank AG

Die Deutsche Bank wurde 1870 in Berlin gegründet mit dem Ziel, Bankgeschäfte aller Art zu betreiben, insbesondere die "Förderung und Erleichterung der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland, den übrigen europäischen Ländern und überseeischen Märkten." In den folgenden Jahren wurden Filialen in allen größeren Städten gegründet wie Bremen, Hamburg, Frankfurt, München, Leipzig und Dresden. 1873 eröffnete die erste ausländische Filiale in London.

Ab 1914 übernahm die Deutsche Bank mehrere Regionalbanken und baute so ein flächendeckendes Filialnetz in ganz Deutschland auf. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie in Westdeutschland kurzzeitig in drei regionale Aktiengesellschaften aufgeteilt – 1957 gelang jedoch wieder die Zusammenführung der drei AGs zur Deutsche Bank AG mit Sitz in Frankfurt am Main.

Deutsche Bank Gebäude mit Firmenlogo. © NDR Fotograf: Screenshot NDR Fernsehen

Die Deutsche Bank AG verfügt über mehr als 3.000 Filialen.

Seit 1959 bot die Deutsche Bank AG "persönliche Klein-Kredite" an und stieg damit ins Privatkundengeschäft ein. Als in den 1990er-Jahren Gesetze und Regelungen bezüglich des Finanzmarktes und der Trennung von Geschäftsbanken und Investmentbanken aufgehoben wurden, nutzte dies die Deutsche Bank AG: Sie kaufte Investmentbanken. 1989 übernahm die Deutsche Bank AG die britische Investmentbank Morgan Grenfell, 1999 die Investmentbank Bankers Trust in den USA. 2007 folgte die Übernahme der Berliner Bank, 2010 die der Postbank und Sal. Oppenheim.

Die Deutsche Bank AG verfügt über 3.078 Filialen, davon 2.039 in Deutschland (Stand: Dezember 2011). Insgesamt beschäftigt die AG 100.996 Mitarbeiter in Vollzeit, davon 47.323 in Deutschland. Hinsichtlich Bilanzsumme (2,164 Milliarden Euro) und Mitarbeiterzahl ist die Deutsche Bank AG das größte Kreditinstitut Deutschlands. Mit einem Marktanteil von 21 Prozent gilt sie zudem als weltgrößter Devisenhändler.

Zwischen 2002 und 2012 war Josef Ackermann Vorstandschef der Deutsche Bank AG. In diese Zeit fiel die Finanzkrise, durch die ab 2007 weltweit zahlreiche Bankinstitute Pleite gingen oder in Schwierigkeiten gerieten. Während auch in Deutschland zahlreiche Banken durch staatliche Unterstützung gerettet werden mussten, konnte die Deutsche Bank AG ohne direkte staatliche Unterstützung weiterbestehen. Im Mai 2012 gab Ackermann sein Amt ab. Seitdem sind Anshu Jain und Jürgen Fitschen Vorstandschefs der Deutschen Bank AG.


Die 68er-Bewegung

68er, 68er-Generation, 68er-Bewegung: Seit Mitte der 1960er-Jahre kamen in vielen Ländern parallel Protestbewegungen auf, die sich gegen das politische und/oder gesellschaftliche System richteten. All diese meist linksgerichteten Bewegungen werden heute gemeinhin unter dem Schlagwort "68er-Bewegung" zusammengefasst.

Studenten laufen nach Protesten durch die Straßen © picture alliance / dpa - Report

Studenten laufen nach Protesten durch die Straßen.

In den USA, Wiege der Proteste, erlebte beispielsweise die Bürgerrechtsbewegung mit der Ermordung Martin Luther Kings im Jahr 1968 einen traurigen Höhepunkt. Auch die Antikriegsdemonstrationen gegen den brutalen Vietnamkrieg wurden in den 1960er-Jahren immer lauter. Bürger und vor allem Studenten gingen in den USA auf die Straße, um ihrem Unmut Luft zu machen.

Die Protestwellen schwappten nach Europa und Deutschland über. In Deutschland entwickelte sich daraus vor allem eine starke Studentenbewegung, die sich gegen die starren Strukturen des Staates, gegen den Vietnamkrieg, gegen die verklemmte Sexualmoral und gegen die mangelnde Aufarbeitung des Nationalsozialismus richtete. Zu Tausenden gingen die jungen Menschen in dieser Zeit auf die Straße, um gegen das Establishment und gegen ihre angepasste Elterngeneration zu protestieren. Mit dem gewaltsamen Tod des Studenten Benno Ohnesorgs während einer Demonstration im Jahr 1967 und dem Attentat auf den Studentenführer Rudi Dutschke 1968 wurde der Protest der 68er befeuert.


Eurozone

Der Europäischen Union gehören 27 Staaten an. 17 EU-Staaten haben den Euro als Gemeinschaftswährung eingeführt, diese Länder werden gemeinhin als Eurozone bezeichnet. Zur Eurozone gehören Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowenien, Slowakei, Spanien und Zypern.

Zehn Länder haben den Euro noch nicht eingeführt. Großbritannien und Dänemark haben sich eine entsprechende Ausnahmeregelung gesichert, Schweden hat nach einer Volksabstimmung den Euro ebenfalls nicht übernommen. Die anderen sieben Länder sind erst nach 2004 der Europäischen Union beigetreten und erfüllen bestimmte Bedingungen noch nicht. Dies sind die Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Lettland, Litauen, Bulgarien und Rumänien.


Euro

Der Euro wurde zum 1. Januar 1999 als gemeinsame Währung für die Europäische Währungs- und Wirtschaftsunion (EWWU, kurz: Währungsunion) eingeführt. Der Währungsunion gehören formal die 27 EU-Länder an. Zunächst existierte der Euro lediglich als Buchgeld, als "unsichtbare" Währung, die nicht in Form von Bargeld von den Bürgern genutzt, sondern beispielsweise für elektronische Zahlungen verwendet werden konnte. Am 1. Januar 2002 wurde dann das Euro-Bargeld eingeführt: Zu einem festgelegten Umrechnungskurs wurden die Scheine und Münzen der nationalen Währungen in Euro umgetauscht.

Bislang haben 17 der 27 EU-Länder den Euro als Währung eingeführt. Diese 17 Länder werden gemeinhin als Eurozone bezeichnet.

Bildmontage: Euromünze vor zerissener EU-Karte © Fotolia.com, dpa Fotograf: Vaso, Karl-Josef Hildenbrand

17 Länder haben den Euro offiziell eingeführt.

Ziel der Währungsunion ist es, sich in einem mehrstufigen Prozess durch währungs- und wirtschafspolitische Maßnahmen enger aneinander zu binden. Die Einführung der gemeinsamen Währung Euro ist die dritte und letzte Stufe des Währungsunion-Prozesses und ihr Kernelement. Um an dieser Stufe teilzuhaben, müssen die Länder bestimmte Kriterien erfüllen, die sogenannten Konvergenzkriterien oder auch Maastrichtkriterien. So darf beispielsweise die Inflationsrate nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über den Inflationsraten der drei preisstabilsten Mitgliedstaaten liegen, die Staatsverschuldung darf nicht mehr als 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachen und die Nettoneuverschuldung nicht mehr als drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Erst, wenn ein EU-Land alle Kriterien erfüllt, darf es den Euro als Währung einführen.

Zehn Länder haben den Euro noch nicht – aus unterschiedlichen Gründen. Großbritannien und Dänemark beispielsweise haben sich eine entsprechende Ausnahmeregelung gesichert, Schweden hat sich nach einer Volksabstimmung gegen den Euro entschieden. Die anderen sieben Länder sind erst nach 2004 der Europäischen Union beigetreten und haben bestimmte wirtschaftliche Voraussetzungen noch nicht umgesetzt, erfüllen also die Maastrichtkriterien nicht. Dies sind die Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Lettland, Litauen, Bulgarien und Rumänien. Neben den genannten Ländern haben auch einige Staaten, die nicht zur Währungsunion gehören, den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt: Andorra, San Marino, Vatikanstaat, Kosovo und Montenegro.


EU-Troika

Seit Beginn der Eurokrise im Jahr 2010 wird der Begriff "Troika" für das Triumvirat aus Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in den Medien genutzt. Die Troika spielt eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der Krise - zahlreiche Schritte und Beschlüsse sind von der Entscheidung der Troika abhängig.

Eurosymbol vor der Europäischen Zentralbank © dpa (Fotograf: A3472 Frank May

Das Eurosymbol vor der Europäischen Zentralbank.

Die Europäische Zentralbank mit Sitz in Frankfurt ist die Währungsbehörde der Europäischen Union und wurde 1998 gegründet. Präsident ist der Italiener Mario Draghi. Gemeinsam mit den nationalen Zentralbanken bildet sie das System der Zentralbanken. Eine ihrer Kernaufgaben ist es, die Preisniveaustabilität in den Euro-Ländern zu überwachen. Die EZB überprüft zudem regelmäßig, inwieweit die nicht-Euro-Länder die Maastrichtkriterien bereits umgesetzt haben und ob eine Aufnahme in den Euro möglich ist.

Die Überprüfung unternimmt die EZB gemeinsam mit der Europäischen Kommission. Die Europäische Kommission mit Sitz in Brüssel ist wie die EZB ein Organ der Europäischen Union und übernimmt dort exekutive Aufgaben. Sie ist somit in etwa vergleichbar mit der Regierung eines Landes. Die Europäische Kommission besteht aus den 27 Kommissaren der EU-Länder. Der Präsident des Gremiums ist derzeit der portugiesische Gesandte, José Manuel Barroso.

Dritter im Bunde der Troika ist der Internationale Währungsfonds IWF. Der IWF ist im Gegensatz zu EZB und Kommission kein Organ der EU, sondern eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (UNO) mit Sitz in Washington D.C. unter Leitung der Französin Christine Lagarde. Der Fonds kümmert sich um die internationale Zusammenarbeit in der Währungspolitik und den Welthandel, sorgt für stabile Wechselkurse und ist somit Schnittstelle zwischen der EU und dem Weltmarkt.