23.10.11 | 21:45 Uhr

Über Schmidt und Steinbrück

Helmut Schmidt und Peer Steinbrück verbindet nicht nur die Mitgliedschaft in der SPD, sondern auch eine enge Freundschaft. Am 27. Oktober erscheint ihr gemeinsames Buch "Zug um Zug", in dem sich die beiden Sozialdemokraten über unterschiedlichste politische Themen austauschen.


Helmut Schmidt, SPD
Altkanzler, Mitherausgeber "Die Zeit"

Helmut Schmidt auf einer Konferenz in Frankfurt © dapd Fotograf: Mario Vedder

Helmut Schmidt

Seit 1946 ist Helmut Schmidt Mitglied der SPD. 1953 zieht er erstmals als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag ein, legt 1962 aber sein Mandat nieder und wird Polizeisenator in Hamburg. Im gleichen Jahr erlangt Schmidt bundesweit Ansehen: Bei der Hochwasserkatastrophe von Hamburg koordiniert er energisch und erfolgreich die Hilfsarbeiten und macht sich einen Namen als "Krisenmanager".

1965 wird Schmidt erneut Bundestagsabgeordneter, 1967 Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. 1969 übernimmt er das Amt des Bundesverteidigungsministers im Kabinett Willy Brandt (SPD). Auch in Brandts zweiter Amtszeit bleibt Schmidt Kabinettsmitglied – als Bundesfinanzminister der sozial-liberalen Koalition.

Nach Brandts Rücktritt 1974 beerbt ihn Schmidt als Bundeskanzler und wird 1976 als Kanzler wiedergewählt. 1977 wird eines der schwierigsten Jahre für den SPD-Politiker: Der RAF-Terror erreicht seinen Höhepunkt, die Lufthansa-Maschine Landshut wird entführt, Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer entführt und ermordet. Helmut Schmidt muss in dieser Zeit schwierige Entscheidungen treffen.

1982, nach dem Bruch der sozial-liberalen Koalition, wird Helmut Schmidt mit einem konstruktiven Misstrauensvotum als Bundeskanzler abgewählt – Helmut Kohl wird sein Nachfolger. Seit 1983 ist Schmidt Mitherausgeber der Wochenzeitung "Die Zeit". Diese Position hat er bis heute inne.

Am 21. Oktober 2010 stirbt Schmidts Ehefrau Loki Schmidt, die er schon seit Kindertagen kennt. Die beiden führten in den Augen der Öffentlichkeit eine "Bilderbuchehe". Ihr gemeinsames Markenzeichen: Rauchen und Schach spielen.


Peer Steinbrück, SPD
Bundestagsabgeordneter, ehemaliger Bundesfinanzminister

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück nach der Bundestagswahl © dpa - picture alliance Fotograf: Oliver Berg

Peer Steinbrück

Peer Steinbrück tritt im Alter von 22 Jahren, 1969, in die SPD ein. Der gebürtige Hamburger arbeitet nach Abschluss seines Volkswirtschaftsstudiums zunächst als Mitarbeiter im Bundesministerium für Forschung und Technologie.

Zwischen 1990 und 1993 ist Steinbrück als Staatssekretär im schleswig-holsteinischen Ministerium für Natur und Umwelt sowie im Landesministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr tätig. 1991 übernimmt er seinen ersten Ministerposten auf Landesebene: Steinbrück wird in Schleswig-Holstein Minister für Wirtschaft, Technologie und Verkehr.

Es folgt eine steile Karriere: Zwischen 2000 und 2002 ist Peer Steinbrück Finanzminister in Nordrhein-Westfalen, von 2002 bis 2005 Ministerpräsident in NRW und von 2005 bis 2009 schließlich Bundesfinanzminister in der großen Koalition mit Angela Merkel (CDU) als Bundeskanzlerin.