Unsere Gäste
30.09.12 | 21:45 Uhr
Unsere Gäste
Josef Ackermann
Ehemaliger Vorstandschef der Deutschen Bank AG
Josef Ackermann
Der Schweizer Josef Meinrad Ackermann wurde 1948 im Kanton St. Gallen geboren. Dort wuchs er gemeinsam mit seinen beiden Brüdern Karl und Daniel als Sohn eines Landarztes in einer kleinen Gemeinde auf. Nach seiner Matura – dem Schweizer Abitur – ging Ackermann zunächst zum Militärdienst, bevor er 1967 sein Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Eliteuniversität St. Gallen begann. Zehn Jahre später promovierte Ackermann zum Thema "Einfluss des Geldes auf das reale Wirtschaftsgeschehen" und begann anschließend seine Bankerkarriere bei der Schweizerischen Kreditanstalt (der späteren Credit Suisse). Im Alter von 42 Jahren wurde Ackermann Generaldirektor der Kreditanstalt, 1993 Präsident. Drei Jahre später wechselte Ackermann sowohl die Bank als auch das Land: Er wurde Vorstandsmitglied der Deutschen Bank, zuständig für die Abteilung Investmentbanking, und 2002 Vorstandssprecher. Zwischen 2006 und 2012 hatte Ackermann schließlich den Posten des Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank inne – er war der erste ausländische Chef des großen deutschen Bankinstituts. Seit seinem Ausscheiden aus der Führungsetage der Deutschen Bank ist Ackermann Verwaltungspräsident der Zurich Insurance Group.
Daniel Cohn-Bendit, Bündnis 90/Die Grünen
Fraktionsvorsitzender im Europäischen Parlament
Daniel Cohn-Bendit
Marc Daniel Cohn-Bendit wurde 1945 im Südwesten Frankreichs als Sohn eines deutsch-jüdischen Vaters und einer französischen Mutter geboren. Er wuchs in der Normandie und in Paris auf, bevor er im Alter von 13 Jahren mit seiner Mutter nach Frankfurt zog. 1965 ging Cohn-Bendit zum Studium zurück nach Paris. Dort machte er sich 1968 als Sprecher der studentischen Mairevolution, die ganz im Zeichen der deutschen Studentenbewegung um Rudi Dutschke stand, einen Namen. Aufgrund seiner "revolutionären Aktionen" wurde "Dany le Rouge" im selben Jahr des Landes verwiesen. In Deutschland schloss sich Cohn-Bendit der Frankfurter Sponti-Szene an, zu der auch der spätere Bundesaußenminister Joschka Fischer gehörte. Cohn-Bendit wurde publizistisch tätig und arbeitete als Herausgeber des alternativen Stadtmagazins "PflasterStrand". In den 1970er-Jahren sympathisierte Cohn-Bendit mit der Partei der Grünen und wurde – obwohl kein Mitglied – 1978 für die hessische Landtagswahl auf der "Grünen Liste" nominiert. 1984 trat Cohn-Bendit den Grünen bei und begann seine parteipolitische Karriere als Realo-Politiker. Er beriet Joschka Fischer während dessen Amtszeit als hessischer Umweltminister und wurde 1989 ehrenamtlicher Dezernent im "Amt für multikulturelle Angelegenheiten" in Frankfurt. 1994 wurde Cohn-Bendit für die Grünen ins Europäischen Parlament gewählt und ist dort seit 2002 Fraktionsvorsitzender.