10.06.12 | 21:45 Uhr

Unsere Gäste


Thomas de Maizière, CDU
Bundesverteidigungsminister

Thomas de Maizière © Bundeswehr/Neuhaus Fischer Fotograf: Neuhaus Fischer

Thomas de Maziére

Thomas de Maizière ist promovierter Jurist und seit 1971 Mitglied der CDU. 2005 wurde er unter Bundeskanzlerin Angela Merkel Kanzleramtsminister und Bundesminister für besondere Aufgaben. 2009 übernahm er das Amt des Bundesinnenministers, 2011 folgte er Karl-Theodor zu Guttenberg als Verteidigungsminister. De Maizière fordert mehr gesellschaftliche Anerkennung für die Arbeit der Bundeswehr. Er schlägt vor, einen bundesweiten "Ehrentag" für Soldaten einzuführen.


Robert Sedlatzek-Müller
Traumatisierter Soldat

Robert Sedlatzek-Müller

Robert Sedlatzek-Müller

Robert Sedlatzek-Müller ging 1998 zur Bundeswehr und wurde zum Elitesoldaten ausgebildet. 1999 erlebte er seinen ersten Auslandseinsatz im Kosovo, drei Jahre später war er erstmals in Afghanistan. Obwohl er dort 2002 nur knapp eine Raketenexplosion überlebte, kehrte er an den Hindukusch zurück. 2007 gestand sich Sedlatzek-Müller ein, mit den traumatischen Erfahrungen nicht mehr fertig zu werden. Er leidet bis heute unter Angstzuständen und Panikattacken. Ein normaler Alltag mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter ist ihm unmöglich. Seine Erinnerungen und Erfahrungen hat Sedlatzek-Müller im Buch "Soldatenglück" festgehalten.


Petra Lichtenauer
Mutter von Robert Sedlatzek-Müller

Petra Lichtenauer

Petra Lichtenauer

"Der Kriegsdienst hat meinen Sohn kaputt gemacht, er kam nach dem zweitem Afghanistan-Einsatz verändert zurück, war kalt und emotionslos". Petra Lichtenauer leidet mit ihrem Sohn Robert unter den Folgen des Kriegseinsatzes. Sie wünscht sich ihren "alten Sohn" zurück und hofft, dass er mit dem Trauma umzugehen lernt.


Heinz Otto Fausten
Veteran des Zweiten Weltkriegs

Heinz Otto Fausten © BILD-Zeitung / Christoph Michaelis Fotograf: Christoph Michaelis

Heinz Otto Fausten

Der 91-jährige Heinz Otto Fausten hat den Zweiten Weltkrieg an vorderster Front miterlebt. Er war in Russland, Frankreich und Griechenland im Einsatz, bis ein Granatsplitter ihn so schwer verletzte, dass er ein Bein verlor. Die Erinnerungen an die mörderischen Kämpfe und getöteten Kameraden verfolgen ihn bis heute in seinen Träumen. Psychologische Betreuung hat Fausten nie erhalten – "damals haben wir alle alles verdrängt." 1985 schrieb er seine Erinnerungen in dem Buch "Wir haben uns die Zeit nicht ausgesucht" nieder.


Luc Jochimsen, Die Linke
Bundestagsabgeordnete

Luc Jochimsen

Luc Jochimsen

Vor ihrer politischen Karriere arbeitete Luc Jochimsen als Fernsehjournalistin. Sie war unter anderem Redakteurin beim NDR-Politikmagazin Panorama, ARD-Korrespondentin in London und TV-Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks. 2005 zog Jochimsen für die Linkspartei in den Bundestag und kandidierte 2010 für ihre Partei als Bundespräsidentschaftskandidatin. Jochimsen lehnt den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan strikt ab. "Ich bin ein Kriegskind, möchte deswegen Friedensbotschafterin sein."


Ulrich Meyer
Moderator, Oberstleutnant der Reserve

Ulrich Meyer © ddp Fotograf: Michael Kappeler

Ulrich Meyer

Ulrich Meyer hat seit 1992 verschiedene Sendungen für Sat.1 moderiert und ist heute vor allem für sein Magazin "Akte" bekannt. Vor seiner journalistischen Laufbahn verpflichtete sich Meyer als Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Seitdem ist er regelmäßig als Reservist auf Manövern und hat unterschiedliche Fortbildungen absolviert. Meyer unterstützt den Afghanistan-Einsatz, kritisiert aber, dass sich die Bundeswehr noch nicht ausreichend um traumatisierte Soldaten kümmere und die Gesellschaft die Arbeit der Soldaten zu wenig anerkenne.


Im Publikum:
Kornelia Sturz
Psychiaterin, Trauma-Expertin