05.02.12 | 21:45 Uhr

Unsere Gäste am Sonntag

Am Sonntagabend diskutierte Günther Jauch das Thema der Woche mit Anita Lasker-Wallfisch, Marina Weisband, Marcel Reif und Christian Berkel.


Anita Lasker-Wallfisch
Eine der letzten Überlebenden des Holocaust

Anita Lasker-Wallfisch © ddp Fotograf: Clemens Bilan

Anita Lasker-Wallfisch

Die gebürtige Breslauerin Anita Lasker-Wallfisch wurde 1943, im Alter von 18 Jahren, ins Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Ihre Eltern wurden von den Nazis ermordet. Lasker-Wallfisch wurde in das Mädchenorchester Auschwitz aufgenommen und spielte unter anderem vor dem KZ-Arzt Josef Mengele. Heute erzählt sie an Schulen und in Vorträgen die Geschichten der Opfer des Nationalsozialismus.


Marina Weisband, Piratenpartei
Geschäftsführerin und gläubige Jüdin

Marina Weisband © dapd Fotograf: Maja Hitij

Marina Weisband

Seit 2009 ist Marina Weisband Mitglied der Piratenpartei, die 2010 erstmals ins Berliner Abgeordnetenhaus gewählt wurde. Vor wenigen Tagen gab Weisband bekannt, dass sie sich aus dem Bundesvorstand der Partei zurückziehen wolle. Marina Weisband ist gläubige Jüdin. Sie versucht, den Glauben und jüdische Gebräuche so intensiv wie möglich in ihren Alltag zu integrieren.


Marcel Reif
Sportmoderator mit jüdischen Wurzeln

Marcel Reif © ddp Fotograf: Lennart Preiss

Marcel Reif


Seine ersten Lebensjahre verbrachte Marcel Reif in Polen und Israel. Die Mutter war Katholikin, der Vater Jude – sie erzogen Marcel Reif katholisch. Erst im höheren Alter begann sich Reif intensiv mit seiner jüdischen Familiengeschichte auseinanderzusetzen. Sein Vater, der zeitlebens über sein Leben als polnischer Jude im Dritten Reich geschwiegen hatte, war nur knapp dem Konzentrationslager entkommen. Dieser Geschichte hat Reif ein Kapitel in seinem Buch 'Aus spitzem Winkel' gewidmet.


Christian Berkel
Schauspieler jüdischer Herkunft

Christian Berkel © ddp Fotograf: Michael Gottschalk

Christian Berkel

Auch Christian Berkel hat jüdische Wurzeln: Seine Mutter floh 1938 vor den Nazis nach Frankreich und kehrte erst 1955 nach Deutschland zurück. Aufgrund der Geschichte seiner Mutter fiel es Christian Berkel als Teenager schwer, sich mit Deutschland zu identifizieren, er ging für einige Jahre nach Frankreich. Berkel fühlt sich dem jüdischen Glauben sehr verbunden und plädiert für einen offenen, nicht bitterernsten Umgang mit der Vergangenheit.